
Die Veranstaltung – vom Jugendparlament, von den Pfadfindern, der Sekundarschule, der Stadtverwaltung und den Kirchengemeinden organisiert und gestaltet – führte vom Jüdischen Friedhof zum Platz der ehemaligen Synagoge. In der Strackestrasse 4, am Haus der Familien Kahlenberg und Hesse, erfolgte eine eindringliche Beschreibung der Schicksale der 13 Bewohner(innen) – über Flucht, Deportation und Ermordung. War doch die Pogromnacht mit dem Brand der Synagoge, der Zerstörung von Wohnungen, der Verschleppungen in Konzentrationslager und den sog. „Arisierungen“ die „Katastrophe vor der Katastrophe“ (Dan Diner). Am Platz der Synagoge war deren Grundriss nachgezeichnet, auf dem dann die über 150 Teilnehmer(innen) ihre Lichter abstellten und auch den mahnenden Worten u.a. von Bürgermeister Dr. Bartsch lauschten. Besteht doch immer deutlicher die Gefahr einer schleichenden Rechtsradikalisierung von Bevölkerungsgruppen, wenn wir uns nicht gegen Hetze und Hass im Netz und in Alltagssituationen wehren. Bei allen politisch unterschiedlichen Meinungen müssen wir immer auf Menschlichkeit pochen und diese Grundhaltung leben, die spätestens ab 1933 schnell verloren ging – auch in Brilon.

