Ich war kürzlich bei Freunden in den bergigen Cevennen im Süden Frankreichs. Die Erde war pulvertrocken, seit 4 Monaten kein Tröpfchen Regen. Wälder von Esskastanienbäumen, von denen frühere Generationen gelebt haben, vertrockneten. Südfrüchte mussten täglich gewässert werden. Die Flüsse drohten auszutrocknen. Stauseen sicherten die Wasserversorgung – noch. Klimawandel!
Und wir im HSK? In der WP wimmelte es von Klagen der Landwirte: zu nass, später hieß es: zu heiß. Die WP titelte am 19.8.2026: „Milchkühen in NRW geht das Futter aus.“ Und am 24.8.2026: „Der Kampf gegen die Dürre.“
Heute regnet es nach fast sommerlich warmen Tagen. Chance, die sich aufdrängenden Probleme zu vergessen. Die Landwirte werden auch in Zukunft über Hitzeperioden und Starkregen und Hagel jammern, aber sie werden sich umstellen: weniger Kühe pro Fläche, Änderungen beim Anbau von Getreidesorten und Futterpflanzen und beim Gemüseanbau, vielleicht auch mehr Bäume und Büsche an den Feldern, um das Wasser zu halten. Man wird sich auf die Natur einstellen (müssen), mit ihr leben und arbeiten. Eine historische Grundeigenschaft.
Und die Waldbauern? Der Briloner Forst versucht, dem Klimawandel Rechnung zu tragen durch Pflanzung von mehr Mischwäldern und klimaresilienten Baumarten je nach Standort: Feldahorn oder die schnellwüchsige Espe oder Stieleiche mit ihren tiefreichenden Wurzeln. Ein Projekt für Jahrzehnte mit nachholendem Charakter!
Jetzt heißt es, warten auf reichlich Schnee, damit der Boden tief durchfeuchtet wird, Grundwasserneubildung möglich wird, die Stauseen sich füllen, Schifffahrt weiter gewährleistet ist.


