Keine Täuschungsabsicht, doch nicht kundenfreundlich
Folgende Prospekte sollen mir das Einkaufen erleichtern und sind mir mit dem Sauerland-Kurier in den Briefkasten gelegt worden. Zwar wird immer der Kilogramm- bzw. Literpreis klein angegeben, doch erschweren die krummen Gewichte für den Verbraucher bzw. die Verbraucherin den Überblick, da der Packungspreis groß herausgestellt wird. Sind die unterschiedlichen Gewichte notwendig, damit der Preis oft mit 0,09 Euro enden kann?
Aldi Seite 1
Schnittkäse 140 Gramm-Packung
Salami-Sticks 60 bzw. 70 Gramm-Packung
Hinterkochschinken 240 Gramm-Packung XXL(?)
Lidl Seite 5
Eis 850 bzw. 800 Gramm-Packung
Frischkäse 195 bzw.175 bzw. 150-Gramm-Packung
Sauce 300 ml Flasche
Hit Seite 1
Joghurt 140 Gramm-Becher
Frischkäse 200-120 Gramm-Packung
Eis 850-800 ml-Packung
Fertiggericht 500-450 Gramm-Beutel
Fruchtgummi 175-125 Gramm-Beutel
Boxberger Edeka Seite 1
Pizza 300-380 Gramm-Packung
Penny Seite 6
Käsescheiben 156 Gramm-Packung
Quark 185 Gramm-Packung
Schlemmer-Filet 380 Gramm-Packung
Pizza 405 bzw. 390 Gramm-Packung
Schafskäse 180 Gramm-Packung
(Kein Anspruch auf Vollständigkeit)
Spontaner Frust ist ein schlechter Ratgeber
Die grüne Tonne und die gelbe Karte
Am 11.7.2026 regte sich der geschätzte Kollege Franz Köster in der WP unter der Rubrik „Guten Morgen“ auf, dass grüne Tonnen inspiziert wurden auf Falschdeponierungen. Fand man Plastik, wurde an die Tonne eine gelbe Karte geklebt. (Im Wiederholungsfall gibt es die rote Karte und die Tonne wird nicht geleert.) Hintergrund dieses Aufwandes ist, dass fast 5% der Inhalte in der Grünen Tonne falsch abgelegt werden. Das ist eindeutig zu viel. Es bedeutet Mehraufwand bei der späteren Trennung, die die Allgemeinheit bezahlen muss. Kollege Köster forderte mehr Vertrauen und weniger Kontrolle. Sehr philosophisch, aber auch vorwurfsvoll sagte er: „Wer erwachsene Menschen mit Karten diszipliniert, hat vom Wesen einer freien Gesellschaft wenig verstanden.“ Na ja!
Über den Wolken …
Freie Gesellschaft meint aber nicht: Jeder kann machen, was er will. Parken, wo er will; pinkeln, wo er will; fahren, so schnell er will; Abfall entsorgen, wie er will. Eine freie Gesellschaft gibt sich Regeln für das Zusammenleben. Dazu gehört derzeit in Deutschland Abfalltrennung. Da geht es nicht um den versehentlichen(?) Fehlwurf in die Grüne Tonne. Da geht es um Nichtbeachtung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, das seit 2025 vorschreibt, dass ein Entsorger Biomüll mit höchstens 1% Kunststoff weiterverarbeiten darf. Schon in der Abfallentsorgungssatzung der Stadt Brilon von 1998 (zuletzt geändert 2017) ist die Nutzung von gelben bzw. roten Karten vorgesehen bei Fehlverhalten. Ich bin so frei, dem Entsorgungsbetrieb zusätzliche Arbeit nicht zuzumuten. Reinhard Mey singt: Über den Wolken …
Bodenaustausch gesichert – Stadtkasse belastet
Allgemeinheit unterstützt Eigenheimbesitzer, deren Grundstücke mit Blei verseucht sind. Grob kosten die Erdabtragungen und der anschließende Ersatz bei den 40 am stärksten Betroffenen (mehr als 5.000 mg/kg Erde) durchschnittlich 50.000 € – in Abhängigkeit von Fläche, Zugang zum Grundstück etc. Jetzt hat der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung sowie Bodenschutz (AAV) bekannt gegeben, dass er zuständig für die Projektsteuerung bei allen betroffenen Eigentümern ist. 80% der Kosten übernimmt das Land, 10% der HSK und 10% die Stadt Brilon. Für Brilon wären das ca. 200.000 € plus ca. 30.000 €, weil sich die Kreisumlage erhöht. (Der Kreis kann locker Geschenke verteilen, da er das Geld von den Kommunen zurückerhält.) Angesichts der schwierigen städtischen Kassenlage wird sich die Begeisterung beim Kämmerer in Grenzen halten. Doch es geht um gesundheitliche Vorsorge.
Eigenbeteiligung: Gartenneuanlage
Die Grundstückseigentümer werden an den Kosten der Sanierung nicht beteiligt, aber sie müssen die anschließende Gestaltung ihres Gartens übernehmen: Gras sähen, Büsche und Bäume pflanzen, Blumenbeete wieder anlegen. Der Beginn des Bodenaustausches wird sicher nicht in den nächsten Tagen erfolgen. Erst muss alles vertraglich zwischen den Kosten-Beteiligten geregelt werden, dann erfolgen die Ausschreibungen für die Firmen durch den AAV, dann die Auftragsvergaben. Wann die Firmen dann Zeit haben für die Arbeiten, wird sich zeigen. Sicher ist, dass dann bald der Winter kommt.
Bürgerbrennholz 2027
Bestellungen nur bis 30.9. möglich
Die Stadt Brilon bietet auch für das Jahr 2027 wieder maximal drei Raummeter sogenanntes „Bürgerbrennholz“ für die Haushalte der Kernstadt Brilon und ihrer Ortsteile an – Voraussetzung, man kann einen Feuerstättennachweis erbringen.
Das Bürgerbrennholz wird als Laub- oder Nadelholz angeboten. Das Holz ist auf eine Länge von einem Meter geschnitten, grob gespalten und wird in Bündeln von jeweils einem Raummeter bereitgestellt. Bei der Abholung des Brennholzes stehen wieder entsprechende Aufladehilfen zur Verfügung.
Die Bestellung kann unter Angabe der Anschrift, der gewünschten Holzmenge und – sofern erforderlich – des Feuerstättennachweises per E-Mail an forst@brilon.de oder per Post an den Stadtforstbetrieb Brilon, Gartenstraße 18, Brilon, gesendet werden. Alternativ ist die Bestellung jederzeit über das Dienstleistungsportal der Stadt Brilon unter www.brilon.de im Bereich Dienstleistungsportal → Stadtforstbetrieb möglich.
Aufgrund der gestiegenen Energie- und Betriebskosten kann es für das Jahr 2027 zu einer leichten Preissteigerung kommen. Die bisherigen Preise lagen bei 80 Euro je Raummeter für Laubholz und 50 Euro je Raummeter für Nadelholz.
Text: nach Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stadt Brilon
Mit Stadtbäumen gegen Hitze
Permanenter Verlust an Bäumen
Bäume leisten einen wesentlichen Beitrag zu unserer Sauerstoffversorgung. Sie sind die grünen Lungen dieser Welt. Wenig Beachtung fanden sie als sog. Stadtbäume, als Refugium für Insekten und Vögel, besonders als Hitzeschutz. Die Zahl der Bäume nahm in den letzten Jahrzehnten in Brilon kräftig ab. Sie störten – vor allem ihr Laub. Wege und Autos wurden beschmutzt. Sie nahmen Parkraum weg, sie erschwerten die Verlegung von Leitungen im Boden. Wenn teilweise neue Bäume gepflanzt wurden, dann waren das schlanke, laubarme, schicke Gewächse. Allein in den letzten Monaten verloren wir innerstädtisch drei sehr große Bäume an der St. Engelbertschule, 1 großen Baum am Hallenbad, jetzt zwei Bäume in der Königstraße – Bäume, die jahrzehntelang gewachsen waren, teils prächtige Exemplare.
Kahlschlag – Umdenken
In der Hubertusstraße hat man Kahlschlag favorisiert: Alle großen Bäume weg, wenn man schon mal beim Aufräumen war, unabhängig davon, ob sie störten. Jetzt sieht es schön städtisch aus. Doch es soll ja wieder neu gepflanzt werden: die Stadtbirne, ein schmaler, schlanker Zierbaum, der wenig Laub hat. Doch die ersten Bewohner sind zum Umdenken gekommen – zu spät. Sie stellten in den vergangenen Wochen fest, dass sich manche Räume extrem erhitzten, weil der Schatten durch die Bäume verloren gegangen war. Jetzt denkt man über Jalousien nach, vielleicht reicht auch ein Ventilator oder eine Klimaanlage muss her.
Umdenken ist gefragt, wenn man meint, dass es noch des Öfteren im Sommer sehr warm werden wird. Wir brauchen mehr Bäume, deren Äste sich verzweigen, die mit ihrem Blätterwald viel Schatten und auch durch die Wasserverdunstung Abkühlung spenden – auch im Innenstadtbereich und nicht nur für ältere Menschen. Bei der Auswahl der Bäume sollte man wärmere und trockenere Zeiten bedenken, wie das unsere Förster bei der Rekultivierung nach dem Borkenkäferbefall auch machen. Als hitzeresistente Baumarten mit Pfahlwurzeln werden z.B. die Zerreiche, der Ginkgo, die Gleditsie und der Feldahorn genannt. Ich habe vor 45 Jahren einen Walnussbaum gepflanzt, der dieses Jahr erstmalig etwas gelitten hat. Der jüngere Baum in der Innenstadt (Foto) sieht aber gut aus und trägt viele Früchte – nicht nur für Kinder, sondern auch für Eichhörnchen.
Klimawandel – Klimaanpassung
Richtig: Früher hat es irgendwann auch Hitzerekorde gegeben. Es hat auch früher schon mal einen trockenen Sommer gegeben – stimmt. Es stimmt auch, dass der Wasserpegel in manch einem Fluss schon früher mal sehr niedrig war, wie auch in manch einer Talsperre. Wenn man sich nicht erinnern kann, kann man es nachlesen: Auch früher gab es schon mal drastische Regenfälle, die zu Überschwemmungen, Windhosen, die zu Hausabdeckungen führten. Doch die Häufung von Extremwetterereignissen in den letzten Jahren sprengt die Zufälligkeit. Kluge Menschen bauen daher vor, richten sich darauf ein, leugnen die Erderwärmung nicht. Versuchen mit grundsätzlichen Maßnahmen wie Kohleausstieg, Förderung erneuerbarer Energien, E-Autos, Wärmepumpen etc. den Klimawandel zu begrenzen. Bis auf die AfD haben alle relevanten politischen Parteien dies erkannt – auch in Brilon. Na ja, ein Ratsmitglied verbreitet (noch) eine andere Meinung.
Was kann man vor Ort tun?
Die erste Reaktion in diesem Sommer hieß: Klimaanlagen. Die kühlen im Haus, erwärmen die Umgebung, verbrauchen Strom und kosten Geld, was dann woanders fehlt. Und sind damit nur für Krankenhäuser etc. sinnvoll – und zwar nicht für jeden Raum und nicht für jede Verletzung/Erkrankung. Mediziner sprechen von 30. Mrd. Euro Kosten. Ach ja, eigentlich ist das mit den Klimaanlagen ja sowieso Quatsch, da so eine Hitzewelle sich erst nach Jahrzehnten irgendwann vielleicht wiederholt, meinen die AfD-ler, die einen Klimawandel leugnen.
Mmmh, eigentlich wollte ich etwas zu Bäumen schreiben. Vielleicht morgen.
Ruhewald noch nicht in Sicht
Das Angebot des Grafen von Spee, einen Ruhewald in Alme einzurichten, war in der Friedhofskommission und dann im Rat strittig – weniger wegen des Standortes als aus Kostengründen. Besonders der Fraktionsvorsitzende Fisch (CDU) machte deutlich: Uns geht Geld verloren, können wir selber, und forderte einen Ruhewald in Eigenregie. Bis auf Diekmann (CDU), der die neue Bestattungsform ablehnte und keine Änderung der „gewachsenen Friedhofskultur“ wollte, gab es keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine Waldbestattung, die die Urnenbestattung auf den derzeitigen Friedhöfen unter Bäumen oder in einer Urnenwand (Kolumbarium) erweitert. Klassische Erdbestattungen mit Sarg werden in Deutschland nur noch von 20% der Angehörigen gewählt. Auch in Brilon verändert sich die Friedhofskultur.
So ist nun die Friedhofskommission auf der Suche nach einem optimalen städtischen Standort: möglichst ein stadtnaher Buchenwald oder auch Mischwald mit Parkplatz in der Nähe und Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, ein Bet- und Versammlungsplatz, und alles nicht in zu starker Hanglage. Kein einfaches Unterfangen!
Was mir noch aufgefallen ist!
„Bürger fordern mehr Polizeipräsenz“, hieß es kürzlich in einer WP-Überschrift. Ausweislich des Textes und des Fotos waren Bürger(innen) nicht anwesend, sondern nur der Bundestagsabgeordnete Wiese und der Landtagskandidat Weber, der Bundesvorsitzende der Polizeigewerkschaft Kopelke, sein Kollege der NRW-Landesvorsitzende Schlüter und dessen Kollege vom Kreis Brandes. Von Bürgern und Bürgerinnen keine Spur.
Postfiliale zieht eine Etage höher – und zwar ab Ende September. Damit bleibt die Filiale weiterhin im Volksbankcenter. Personal wird noch ausgebildet.
Bundestagsabgeordnete nicht ausgelastet: Nebentätigkeiten notwendig. Von unseren vier Bundestagsabgeordneten aus dem HSK sind dies Sandra Stein (Grüne) und Otto Strauß (AfD), während Dirk Wiese (SPD) und Friedrich Merz (CDU) keine Nebeneinkünfte angemeldet haben. Auf Basis aller Bundestagsmitglieder haben zusätzliche Einkünfte: AfD 37%, Grüne 36%, SPD 27% und Linke 16%. Leider muss jede(r) zweite der CDU/CSU-Politiker(innen) zusätzlich noch arbeiten, um seinen Lebensstandard halten zu können: 50%. (WP vom 10. Juli 2026)
Über E-Scooter beklagte man sich kürzlich im Ausschuss für Planen und Bauen. Besonders ab mittags würden sie die Bahnhofstraße zu schnell befahren – meistens bergab. Ich möchte das ergänzen: Ich beklage mich über die Autos, die außerhalb der Beladezeiten die Bahnhofstraße und den Marktplatz befahren – abends oft sehr zügig.
Vogelschießen in Neuastenberg nach 4,5 Std. abgebrochen, da niemand, als es ernst wurde, noch schießen wollte um die Königswürde. Das alte Königspaar blieb so im Amt. Gefeiert wurde wie immer ausgelassen. (WP 14.7.2026)
Herzlichen Dank
all jenen, die sich bei mir gemeldet haben, dass der Zugang zu meinem Blog gesperrt war – und zwar von Sonntag bis heute Mittag. Das Problem lag bei STRATO, die meinen Blog verwalten.
Viel geredet, viel wiederholt, wenig gesagt
„Zum Stand des Bauvorhabens Schulzentrum“ waren die verantwortlichen Architekten in den Ausschuss für Planen und Bauen geladen. Man konnte hören, dass über 100 Verträge abgeschlossen werden mussten und schon 70 Vergaben erfolgt seien und man mit der Arbeit der heimischen Firmen sehr zufrieden sei. Qualitätsprobleme hätten aber teilweise den Stopp der Bauarbeiten notwendig gemacht – von „Rückbau“, also Abriss war die Rede -, was dann zu langwierigen Verhandlungen mit auswärtigen Firmen geführt habe.
Man beklagte die nicht neue Erkenntnis, dass das „Bauen im Bestand“ sehr kompliziert sei, da man auch auf den Schulbetrieb Rücksicht nehmen müsse. Man lobte die Schulleitungen des Petrinums und der Sekundarschule, die sich sehr kooperativ und lösungsorientiert zeigten. Die eingeplanten Kostensteigerungen seien (noch) nicht überschritten, konnte man hören. Die Bedenken von Diekmann (CDU), dass die Einweihung nicht wie geplant 2029 und seines Erachtens auch noch nicht 2030 erfolgen könne, wurden hingenommen.