Erst am Ende der gestrigen Ratssitzung berichtete Kämmerer Heers unter dem Stichwort „Informationen der Verwaltung“ von einer deutlich verschlechterten Haushaltslage. Neben den zusätzlichen Millionen für das Krankenhaus ist auch das Gewerbesteueraufkommen eingebrochen. Er geht davon aus, dass die 940 Betriebe aufgrund der derzeitigen Entwicklung insgesamt um 5 Millionen weniger Steuern zahlen werden. Die vorhandene Ausgleichsrücklage werde am Ende des Jahres aufgebraucht sein. Für 2027 geht Heers schon von einer Unterdeckung von 8 Mio. aus, die in den Folgejahren nur auf jährlich 5 Mio. gebremst werden könnte. SPD-Fraktionsvorsitzender Weber machte darauf aufmerksam, dass auch von einer Erhöhung der Kreisumlage auszugehen ist, die das Defizit weiter erhöhen würde. Damit droht eine Haushaltssperre, die freiwillige Ausgaben verbietet und nur noch Pflichtausgaben ermöglicht.
Das ist erst der Anfang
Kämmerer Heers kündigte für nächste Woche eine Abteilungsleitersitzung an, die „umfangreich Maßnahmen stoppen bzw. verschieben“ müsse. Das gilt auch im Personalbereich. Doch das ist nur ein Aspekt. Man muss auch die Einnahmen erhöhen und gegebenenfalls Investitionen verschieben. Es ist unverständlich, dass man in den letzten Tagen die Stadtvertreter(innen) noch munter Geld ausstreuen ließ. Auch fällt mir da die abgelehnte Forderung der BBL zum Haushalt 2026 ein: Die Gewerbesteuer leicht zu erhöhen, damit die Erhöhung für 2027 nicht so groß ausfällt. Die Diskussionen können beginnen.
