Galt der 1991 verstorbene Kardinal seit 2023 als Angeschuldigter, so liegen nun Zwischenergebnisse einer unabhängigen Überprüfung durch das Münchener Sozialforschungs-Institut IPP vor, die zulassen, den hochangesehenen Bischof als „Täter“ zu bezeichnen. Er soll nachweislich mindestens drei Mädchen und vier Jungen missbraucht haben. Noch 2011 hat der derzeitige Ruhr-Bischof Overbeck aufkommende Vorwürfe nicht verfolgt, da er sich nicht vorstellen konnte, dass ein „so heroisierter Bischof“ zu so etwas fähig sei. Hengsbach galt als „Lichtgestalt des Katholizismus“, der durch sein autoritär-patriachalisches Auftreten seine Umgebung dominierte. 1987 erregte der damals 77-Jährige Bischof, der ein Jahr später zum Kardinal ernannt wurde, Aufmerksamkeit, als er der Theologieprofessorin Uta Ranke-Heinemann die Lehrbefugnis an der Uni Paderborn entzog. Sie hatte das Dogma von der Jungfrauengeburt Jesu angezweifelt.
Schon 2023 wurde neben dem Essener Dom eine Statue des Kardinals entfernt. 2024 wurde der Kardinal Hengsbach-Platz in Friedensplatz umbenannt. Gegenstand der weiteren Untersuchungen ist jetzt auch, inwieweit er missbräuchliches Verhalten von Priestern gedeckt hat. Ergebnisse werden für 2027 erwartet.
Darauf will der Bestwiger Gemeinderat nicht warten. Er distanzierte sich von dem in Velmede geborenen Kardinal, dem die Ehrenbürgerschaft zugesprochenen worden und nach dem eine Ruhrbrücke benannt worden war. (WP vom 2.10.2026) Jetzt sucht man nach einem neuen Namen.



