Die grüne Tonne und die gelbe Karte
Am 11.7.2026 regte sich der geschätzte Kollege Franz Köster in der WP unter der Rubrik „Guten Morgen“ auf, dass grüne Tonnen inspiziert wurden auf Falschdeponierungen. Fand man Plastik, wurde an die Tonne eine gelbe Karte geklebt. (Im Wiederholungsfall gibt es die rote Karte und die Tonne wird nicht geleert.) Hintergrund dieses Aufwandes ist, dass fast 5% der Inhalte in der Grünen Tonne falsch abgelegt werden. Das ist eindeutig zu viel. Es bedeutet Mehraufwand bei der späteren Trennung, die die Allgemeinheit bezahlen muss. Kollege Köster forderte mehr Vertrauen und weniger Kontrolle. Sehr philosophisch, aber auch vorwurfsvoll sagte er: „Wer erwachsene Menschen mit Karten diszipliniert, hat vom Wesen einer freien Gesellschaft wenig verstanden.“ Na ja!
Über den Wolken …
Freie Gesellschaft meint aber nicht: Jeder kann machen, was er will. Parken, wo er will; pinkeln, wo er will; fahren, so schnell er will; Abfall entsorgen, wie er will. Eine freie Gesellschaft gibt sich Regeln für das Zusammenleben. Dazu gehört derzeit in Deutschland Abfalltrennung. Da geht es nicht um den versehentlichen(?) Fehlwurf in die Grüne Tonne. Da geht es um Nichtbeachtung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, das seit 2025 vorschreibt, dass ein Entsorger Biomüll mit höchstens 1% Kunststoff weiterverarbeiten darf. Schon in der Abfallentsorgungssatzung der Stadt Brilon von 1998 (zuletzt geändert 2017) ist die Nutzung von gelben bzw. roten Karten vorgesehen bei Fehlverhalten. Ich bin so frei, dem Entsorgungsbetrieb zusätzliche Arbeit nicht zuzumuten. Reinhard Mey singt: Über den Wolken …



