Die Briloner Gestaltungs- und Erhaltungssatzung fordert vielfältige Rücksichtnahme auf die historische Altstadt. Mischgebiete wie z.B. die Keffelker Straße, die direkt in die Kernstadt führen, sollten dem Rechnung tragen und keine reine Industriebauten Ecke Oststraße dominieren lassen. War schon das schräg gegenüber liegende neue dunkle Stadtwerkegebäude ein Fehler, so ist die bald fertiggestellte riesige steingraue bisher fensterlose Industriehalle mit ihren ca. 1500 qm eine optische Katastrophe im Eingangsbereich der Stadt. Die auch nicht verbessert wird, falls die einsehbaren Flächen bald mit großflächiger Reklame teilweise überklebt werden – und zwar für einen Getränkemarkt, will die WP vom 22.5.2026 erfahren haben.
Wofür haben wir die Satzung, wenn sie nicht gelebt wird, wenn nicht im Sinne der Satzung konstruktiv beraten wird? Lässt der Bau-Turbo dafür keine Zeit? Dann hat er sich schon jetzt nicht bewährt.
CDU will letztes Wort haben
CDU bürdet Verwaltung sinnlose Mehrarbeit auf
156 volljährige Bürger(innen) aus Brilon-Wald hatten sich per Eingabe beim Bürgermeister dafür ausgesprochen, die Umwidmung von Häusern zu Ferienwohnungen endlich zu begrenzen, um das Dorfleben nicht weiter zu beeinträchtigen. Damit war der Dorfwille auch zahlenmäßig eindeutig, was auch schon mehrere Einwohnerversammlungen gezeigt hatten. Doch nicht für die CDU, die sich um einige Hausbesitzer sorgte, deren Freiheit etwas eingeschränkt werde. Sie forderte jetzt, um nicht als Verliererin der vielen Diskussionen dazustehen, die Stadtverwaltung auf, eine schriftliche Befragung aller volljährigen Einwohner(innen) und Eigentümer(innen) vorzunehmen. Man muss wissen: Brilon-Wald hat einschließlich aller Kinder und Jugendlichen deutlich weniger als 500 Bewohner(innen). Sind nun alle Diskussionen vom Tisch? Vielleicht nicht! Die CDU will sich zwar dem Votum anschließen, doch was ist, wenn sich nur 97 Personen beteiligen? Was ist, wenn sich davon 49 oder 96 für eine Beschränkung des Ferientrubels aussprechen? Alles gut überlegt? Siehe Blog-Einträge vom 5.3. und 6.2.2026
„Brücke Blumenstein“
„Planen und Bauen“ oder Abriss
Die „Brücke Blumenstein“ zwischen Brilon und Scharfenberg, über die drei Wanderwege führen, davon zwei überörtliche, ist marode, hieß es im Ausschuss für Planen und Bauen. Der Neubau einer langlebigen Alu-Brücke (7m x 1,5m) sollte ca. 65.000 € kosten, der Bau einer stärker zu pflegenden nur 15 Jahre haltenden Holzbrücke ca. 50.000 €. Beides war dem Ausschuss zu teuer. Auf Anregung von Scharfenbaum (CDU) beschloss er, den Sauerländer Gebirgsverein zu informieren, dass die Brücke abgerissen wird und eine neue Wander-Route ausgewiesen werden müsse. Soweit der Ausschuss bei nur einer Gegenstimme.
Pfingstmontag, gutes Wetter für einen Ausflug, doch wohin? Vielleicht finden wir die „Brücke Blumenstein“? Oh, wir sind auf dem richtigen Weg, wir freuen uns, als die Beschläge am Baum auftauchen, die neben dem örtlichen Wanderweg B 5 auch die beiden überörtlichen Richtungen Rüthen und Ringelstein ausweisen.
Also weiter bergab, irgendwann muss ja der Fluss auftauchen. Plötzlich ein Hinweisschild, das uns verwirrt: Brückenschäden, ja, darüber war im Ausschuss gesprochen worden. Doch begrenzt auf Fahrzeuge über 2,5 t? Seltsam! Noch auf dem richtigen Weg?
Erst einmal weiter bergab! Wir nähern uns dem Buschwerk, das den Bach verrät. Plötzlich heißt es auf einem Schild „für Motorräder und Autos“ gesperrt. Tatsächlich, zwei schwere Steine lassen eine Lücke von unter 2 m. Keine Wendemöglichkeit.
Zusätzlich sind die Seitengeländer durch einen Zaun erhöht worden, ansonsten weist kein Schild auf irgendeine Gefährdung von Fußgängern oder Fahrradfahrern hin. Klar, für 2,5 Tonner ist die Brücke wohl nicht mehr ausgelegt. Man hat sie mit Steinsäcken stabilisiert. Doch für die deutlich leichteren Menschen kann sie weiter einen sicheren Überweg darstellen. Nun Abriss? Was sagt eigentlich Brilon-Tourismus zu dieser Idee des Ausschusses für „Planen und Bauen“?
CDU will letztes Wort haben
CDU bürdet Verwaltung sinnlose Mehrarbeit auf
156 volljährige Bürger(innen) aus Brilon-Wald hatten sich per Eingabe beim Bürgermeister dafür ausgesprochen, die Umwidmung von Häusern zu Ferienwohnungen endlich zu begrenzen, um das Dorfleben nicht weiter zu beeinträchtigen. Damit war der Dorfwille auch zahlenmäßig eindeutig, was schon mehrere Einwohnerversammlungen gezeigt hatten. Doch nicht für die CDU, die sich um einige Hausbesitzer sorgte, deren Freiheit etwas eingeschränkt werde. Sie forderte jetzt, um nicht als Verliererin der vielen Diskussionen darzustehen, die Stadtverwaltung auf, eine schriftliche Befragung aller volljährigen Einwohner(innen) und Eigentümer(innen) vorzunehmen. Man muss wissen: Brilon-Wald hat einschließlich aller Kinder und Jugendlichen deutlich weniger als 500 Bewohner(innen). Sind nun alle Diskussionen vom Tisch? Vielleicht nicht! Die CDU will sich zwar dem Votum anschließen, doch was ist, wenn sich nur 97 Personen beteiligen? Was ist, wenn sich davon 49 oder 96 für eine Beschränkung des Ferientrubels aussprechen? Alles nicht überlegt? Ach ja, die FDP sorgte sich um die „Faktenlage“. Derzeit liegen 12 weitere Anträge auf Ferienwohnungen vor, wusste Veraltungschef Bange. Siehe Blog-Einträge vom 5.3. und 6.2.2026
Leerstandsmanagement
Nicht die Inhaber bzw. Eigentümer der Geschäftsimmobilien kümmern sich um das Leerstandsmanagement in der Innenstadt, sondern die Stadtverwaltung und die Ratsmitglieder sehen dies als freiwillige finanzielle und personelle Aufgabe. Im Hauptausschuss lag nun der Vorschlag vor, im Kernbereich – Bahnhofstraße und Marktnähe – Geschäfte, die nicht zum Bummeln und Shoppen anregen, von einer Förderung auszuschließen. Dazu sollten zählen (weitere) Abholgeschäfte, aber auch Barbershops und Vergnügungsstätten sowie Textildiscounter etc. Man will nur Geschäfte, die die Attraktivität der Innenstadt stärken. Die FDP fühlte sich gegängelt und wollte keinerlei Einschränkungen. Sofort wurde nach Erotikshops gefragt. Während der eine keine Konkurrenzgeschäfte wollte, forderte Hubertus Weber (SPD) mehr Konkurrenz: „Für ein Textilgeschäft kommt keiner.“
Allgemeinheit finanziert Geschäftshausbesitzer
Die Anregung von Frau Kruse (Die Linke), zuerst zu fragen, „für welche Bevölkerungsgruppe attraktiv machen“, blieb ungeklärt. Auch die Frage von Frau Loss (BBL), inwieweit sich die, denen man einen Mieter besorgt, doch an den Kosten beteiligt werden sollten, wurde nur von der Verwaltung beantwortet, die die Bestandsmieten erfragt hatte. „Die meisten bleiben bei der Miete“, hieß es. Dass bedeutet, dass nur die Allgemeinheit die Einnahmen der Vermieter garantiert. Doch das störte mehrheitlich nicht. Mit der befürchteten Haushaltssperre wären ungerechtfertigte Geschenke an Wohlhabende bald auch vorbei.
Siehe Blogeintrag vom 18.4.2026
Sozial nicht ausgewogen
Auch die Gebührensatzung für die OGS-Kinder wurde diese Woche im Hauptausschuss festgelegt. Dieter Weber (SPD) monierte, dass zwar eine breite Staffelung der Beiträge auf Basis des Einkommens der Erziehungsberechtigten erfolge, diese aber plötzlich bei 73.000 €/Jahr aufhöre. Angesichts der Tatsache, dass es etliche Familien mit deutlich höherem Einkommen geben würde, sei dort „deutlich Luft nach oben“. Diese Meinung fand unter den übrigen Mitgliedern der verschiedenen Ratsparteien keinerlei Unterstützung.
Heute Abend Mitteilung erhalten, dass Häuser abgerissen werden. Danke!
So sah es um 21.30 Uhr aus. Siehe Blog-Eintrag vom 30.1.2026
Haushaltssperre droht
Erst am Ende der gestrigen Ratssitzung berichtete Kämmerer Heers unter dem Stichwort „Informationen der Verwaltung“ von einer deutlich verschlechterten Haushaltslage. Neben den zusätzlichen Millionen für das Krankenhaus ist auch das Gewerbesteueraufkommen eingebrochen. Er geht davon aus, dass die 940 Betriebe aufgrund der derzeitigen Entwicklung insgesamt um 5 Millionen weniger Steuern zahlen werden. Die vorhandene Ausgleichsrücklage werde am Ende des Jahres aufgebraucht sein. Für 2027 geht Heers schon von einer Unterdeckung von 8 Mio. aus, die in den Folgejahren nur auf jährlich 5 Mio. gebremst werden könnte. SPD-Fraktionsvorsitzender Weber machte darauf aufmerksam, dass auch von einer Erhöhung der Kreisumlage auszugehen ist, die das Defizit weiter erhöhen würde. Damit droht eine Haushaltssperre, die freiwillige Ausgaben verbietet und nur noch Pflichtausgaben ermöglicht.
Das ist erst der Anfang
Kämmerer Heers kündigte für nächste Woche eine Abteilungsleitersitzung an, die „umfangreich Maßnahmen stoppen bzw. verschieben“ müsse. Das gilt auch im Personalbereich. Doch das ist nur ein Aspekt. Man muss auch die Einnahmen erhöhen und gegebenenfalls Investitionen verschieben. Es ist unverständlich, dass man in den letzten Tagen die Stadtvertreter(innen) noch munter Geld ausstreuen ließ. Auch fällt mir da die abgelehnte Forderung der BBL zum Haushalt 2026 ein: Die Gewerbesteuer leicht zu erhöhen, damit die Erhöhung für 2027 nicht so groß ausfällt. Die Diskussionen können beginnen.
Klotz bleibt Klotz
Bauamt stellte Veränderungen am großen Bauprojekt „Ledriker Tor“ vor.
Mit großen Erwartungen nahmen die von der großen Baumaßnahme betroffenen Nachbarn an der Vorstellung des überarbeiteten Entwurfes gestern Abend im Ausschuss für Planen und Bauen teil. Verwaltungschef Bange hatte zahlreiche Fotos und eine kleine Bastelarbeit mitgebracht. Für ihn stellte der gezeigte Entwurf eine „grundlegende Veränderung“ dar. Was war zu erkennen? Das optische Chaos wurde deutlich verringert: Die Spielereien mit unterschiedlichen Fenstern, Dächern, Dachgauben und Materialien wurden vermindert, eine klarere Gliederung war erkennbar. Die Hausgröße insgesamt blieb unverändert. Der Zugang erfolgt durch die Kirchenstraße. Die Ausfahrt aus der Tiefgarage in der Oberen Mauer – und nur nach rechts zum Kreisel. Ein kleines Mäuerchen soll an die jetzige Grundstücksmauer erinnern. Maßstab für die Gebäudehöhe war weiterhin der Neubau in der Kirchenstraße. Zwei Hausklötze werden dort nun das hübsche unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhaus einkesseln, mussten die Nachbarn feststellen. Touristen werden sicherlich strömen, um moderne Stadtentwicklung zu bestaunen. Bald sollen die gezeigten Bilder im Netz stehen, versprach die Stadtverwaltung.
Wichtig, aber schwierig
„Vergabekriterien für städtische Gewerbegrundstücke“: zurück in die Fraktionen
Verwaltungschef Bange legte gestern Abend im Hauptausschuss klar, warum die Verwaltung Kriterien für eine sachgerechte transparente Vergabe städtischer Gewerbegrundstücke entwickelt hatte. Die vorhandenen Neubauflächen seien ein knappes Gut und die Vergabe bei mehreren Bewerbern sehr komplex. Ein Beurteilungsfaktor reiche nicht angesichts der Schere z.B. zwischen Egger und einem Start-up.
Hubertus Weber (SPD) beklagte, dass das Land nicht genügend Fläche für Ansiedlungen ermögliche. Fraktionsvors. Fisch der CDU bedankte sich bei der Verwaltung für den Vorschlag, doch das letzte Wort bleibe bei der Politik. Die FDP befürchtete Regulierungswut. Auf die Details der vier Beurteilungsgebiete (finanzielle Rahmendaten, Arbeitsplatzeffekte, Klimaschutz, Branche) mit bis zu 5 Teilaspekten, denen dann jeweils unterschiedlich viel Punkte zugeteilt waren, ging man erst gar nicht ein. Das wollte man doch noch einmal besprechen in den Fraktionen. Das Ziel einer größeren Vergabetransparenz für Bewerber und Bevölkerung kann man nur unterstützen.