0,04 € mehr Steuern für Super-Verdiener
Während die Warteliste für die Teilnahme an der Briloner Tafel – Bedürftige erhalten alle drei Wochen Lebensmittel – immer länger wird, während die Kommunen im Altkreis überlegen, ob es notwendig ist, einen gemeinsamen Sozialfond gegen Armut aufzulegen (s. WP vom 15.5.2026), will Merz zwar die unteren Einkommensbezieher entlasten, doch zu der Finanzierung nicht die Super-Verdiener verstärkt heranziehen.
Zur sog. Reichensteuer: Nur für jeden Euro, den man über 277.826 €/Jahr verdient zahlt man 45% Steuer, bei Verheirateten liegt diese Grenze bei 555.652 €, d.h. bei 46.304 €/Monat. Wenn nun als Ausdruck gesellschaftlicher Solidarität der Prozentsatz z.B. um 4 %-Punkte auf 49% erhöht wird, zahlt man für jeden Euro, den man über 46.304 €/ Monat gemeinsam verdient, gemeinsam 0,04 € mehr.
Unser derzeitiger Bundeskanzler hat dies (in seiner Unerfahrenheit als Regierender) kategorisch abgelehnt. Auch wenn man es nicht gut vergleichen kann: Zu Zeiten des CDU-Bundeskanzlers Kohl lag die Reichensteuer bei 56%. Man darf sich daher nicht wundern, wenn bald der Vorschlag kommt, das „C“ aus CDU als überflüssigen Zwang, der die „Kräfte des Marktes“ einengt, zu streichen.
Nebenbei: Die AfD will nicht nur die Reichensteuer, sondern auch die sog. Steuerprogression insgesamt abschaffen. Programmatisch ist sie damit die Partei der Reichen und nicht der Arbeiterschaft.


