Der Bundeshaushalt finanziert derzeit die Rentenkasse zu ca. 30%. Das sind jährlich knapp 120 Mrd. Euro. 2014 war die abschlagsfreie Rente bei 45 Beschäftigungsjahren eingeführt worden. Angesichts der weiterhin steigenden Lebenserwartung mit den entsprechenden Rentenzahlungen kann dies nach Meinung der eingesetzten Rentenkommission nicht weiter finanziert werden. Es geht um ca. 10 Mrd. Euro pro Jahrgang, die der Rentenkasse für alle Rentner verbleiben bei einer Streichung. Diese Maßnahme war eine aus einem Bündel von 33 Empfehlungen, die im Juni 2026 als ein Gesamtpaket vorgestellt wurden. Also kein Buffet, aus dem man sich etwas aussuchen kann.
Privilegierte Gruppe subventioniert?
Jetzt gibt es große Ablehnung besonders aus den ostdeutschen Bundesländern. Es scheint plausibel zu sein, dass man nach 45 Berufsjahren nicht mehr arbeiten kann. Dazu äußerte sich der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Jörg Rocholl, der Mitglied der Rentenkommission war. Er stellt fest, dass die Rente mit 63 eine „privilegierte Gruppe subventioniert“. Konkret: Die bisherigen Erkenntnisse belegen, dass diese Gruppe – überwiegend Männer – deutlich besser als andere Rentner verdient hat. Sie sind gesünder als diejenigen, die die abschlagsfreie Rente nicht in Anspruch nehmen können, weil die gesundheitlich nicht in der Lage waren, 45 Jahre einzuzahlen. Folglich: „Eine Subvention einer ohnehin schon privilegierten Gruppe.“ Es sei eben nicht der berühmte Dachdecker, der profitiert. Für den sei eine Härtefallregelung vorgesehen. Eine verlängerte Lebensarbeitszeit bedeutet zugleich pro Jahr bis zu 2 Rentenpunkte mehr, also eine höhere Rente.
Inzwischen geht es auch nicht mehr um Rente mit 63, sondern um Rente mit 65 aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung.
nach FAZ vom 19.8.2026




