Was soll aus der bald leerstehenden Martin-Luther-Schule werden? Wie soll sie genutzt werden, wenn der Anbau an der St. Engelbert-Schule steht? Verwaltungschef Bange gab auf Anfrage der BBL im Ausschuss für Planen und Bauen erste vage Antworten. Vor einer Nutzung stehe erst einmal die Sanierung an, hieß es. Bange wusste schon von 1-1,6 Mio. Kosten. Er sprach vom Amtshaus, vielleicht technisches Amtshaus?, also einer Erweiterung der Stadtverwaltung. Ob dafür der Bedarf schon mal angemeldet worden ist? Oder war das ein Versuchsballon? Wenn jetzt aber alles schneller und unbürokratischer werden soll im Verwaltungsbereich durch weniger Vorschriften, dann benötigt man aber kaum mehr Angestellte, sondern eher weniger Arbeitsplätze.
Abriss und Wohnungsneubau?
Dann würde ich vorschlagen, die Sanierung nicht zu beginnen, sondern das Gebäude abzureißen. Ich würde das Gelände dann einer Wohnungsbaugesellschaft verkaufen mit der Maßgabe, überwiegend Sozialwohnungen zu errichten. Wäre eine deutliche Entlastung des Wohnungsmarktes in Brilon.
Schneller Kahlschlag in der Hubertusstraße
Beeinträchtigung des Gehweges an einigen Stellen
28 stattliche Bäume werden in 5 Tagen gefällt im Rahmen der Sanierung der Hubertusstraße (Kreisverkehr bis Friedhof), hieß es im Ausschuss für Planen und Bauen. Genauer: Viele Bäume seien nicht zu erhalten wegen Leitungen. Niemand fragte nach: Glasfaser-, Wasser- oder Gasleitungen; alte Leitungen oder neue Leitungen; viele Bäume oder alle? Seltsam, war man so beeindruckt durch die technischen Zeichnungen? Man hatte Verständnis wegen der an einigen Stellen durch die Baumwurzeln aufgebrochenen Teerdecken auf den Gehwegen. Menschen mit Rollator oder Kinderwagen mussten herhalten, da an diesen Stellen tatsächlich das Vorankommen erschwert ist.
Ortsbesichtigung nicht vorgesehen
Es ist doch selbstverständlich, dass diese wenigen Stellen beseitigt werden müssen – eventuell auch durch Fällung eines Baumes. Dafür muss ich doch nicht alle Bäume fällen auch da, wo überhaupt diesbezüglich keine Notwendigkeit besteht. Auf die Idee, sich das mal als Ausschuss genauer anzusehen, kam niemand. Auch nicht der örtliche CDU-Vertreter, der sich dort angeblich gut auskennt. Ach ja, in 5 Tagen sollte die Fällung ja auch schon losgehen, so die schlechte Planung. Für differenzierte und rechtzeitige Planungen gab es keine Fürsprecher(innen) – im Gegenteil: Ausschussvorsitzender Kürmann (CDU) machte Druck. Erst einmal dem Verwaltungsvorschlag zustimmen, dann kann ja noch geprüft werden. Das halte ich aber für leeres Gerede.
Übermorgen muss es schon losgehen
Für die gefällten 28 stattlichen Bäume sollen 23 kleine pflegeleichte gepflanzt werden und 5 zusätzlich im Friedhofsbereich. Das sah Wiese (SPD) aber nicht als hinreichenden Ausgleich an. „Das reicht nicht als Kompensation. Wir müssen an die Klimafolgeschäden denken.“
Ach ja, es soll auf einer Seite der Straße auch mit Piktogrammen ein Fahrradweg aufgezeichnet werden. Nicht wegen der Sicherheit für Fahrradfahrer(innen), sondern weil es sonst keine Fördermittel gibt.
Frühestens im Herbst kann abschnittsweise mit den Bauarbeiten begonnen werden. Gut, dass die Bäume schon mal jetzt wegkommen. Übermorgen, genauer: ab 23. Februar.
Ach ja, einstimmig beschlossen!
Nur diese prägnanten Bäume am Friedhof werden erst einmal stehen bleiben können.
BBL-Antrag auf bürgernahe Wegebeleuchtung
Die BBL hatte ein Konzept für eine „intelligente“ Wegebeleuchtung beantragt. Das wurde nun im Ausschuss für Planen und Bauen thematisiert – aber nicht ernst genommen, da ohne Vorlage der Verwaltung. Zwar konnte man vieles hören, nur ein Konzept wurde nicht deutlich. Aber man weiß jetzt,
dass es 3600 Straßenlampen im Stadtgebiet gibt, davon 88% mit LED, was zu einer Energieeinsparung von 65% führt,
dass vier Accu-Lampen installiert sind, die in vier Jahren nur zweimal aufgeladen werden mussten,
dass stadtweit die Beleuchtung um 21 Uhr heruntergesetzt wird, aber nicht an Fußgängerüberwegen,
dass die Abstände der alten Lampen an der Möhnestraße zu groß sind,
dass die 14 Lampen vom Friedhof weg zwar 64% Strom einsparen, sich aber erst in 86 Jahren amortisieren.
Mehr Sicherheit für alle – auch nachts
Wenn die Ausschussmitglieder sich auf das Thema hätten vorbereiten können, wäre wohl auch gesagt worden, was in der WP vom 14.2.2026 zu Olsberg stand, dass die Investition in „bewegungsabhängiges Licht“ sich schon in 25 Jahren amortisiert. Was stimmt?
Der BBL ging es nicht um den zahlenmäßigen Ist-Zustand, sondern um Identifizierung von Schwachstellen, um das Sicherheitsgefühl der Bürger(innen) zu stärken, machte Frauke Müthing deutlich. Dies führte zu einer Trotzreaktion des Ausschussvorsitzenden Kürmann (CDU): „Was wollen Sie denn – eine Riesenvorlage?“ Stappert (SPD): „Eine Vorlage wäre besser gewesen.“ Ich bin sicher, dass dies Thema bald wieder thematisiert werden muss – aber mit besserer Vorbereitung im Interesse der Bürger(innen).
Der Antrag einer Wünnenberger Firma auf ein einzelnes großes Windrad abseits der dafür vorgesehenen Flächen wurde nun im Ausschuss für Planen und Bauen einstimmig abgelehnt. Der Standort zwischen Thülen, Radlinghausen und Nehden könne die Dorfentwicklungen beeinträchtigen und sei auch aus ökologischen Gründen ungünstig, schrieb die Verwaltung in ihrer Vorlage. Jetzt muss man abwarten, was der Kreis zu dieser Entscheidung sagt.
BBL-Anträge trickreich abgeräumt
Wer wollte es nicht verstehen: Verwaltung oder CDU?
Das wollte die CDU nicht auf sich sitzen lassen. Gestern Abend hat der Vorsitzende des Ausschusses für Planen und Bauen Kürmann (CDU) mit Hilfe der Verwaltung zahlreiche BBL-Anträge erst einmal abräumen lassen. Unter dem Tagesordnungspunkt „Informationen der Verwaltung“ wurde ohne jegliche schriftliche Vorlage überraschend 30 min lang erzählt, was man schon alles im Sinne der zahlreichen BBL-Anträge gemacht habe. (siehe Blog-Eintrag vom 6.2.2026) Aber darum ging es der BBL gar nicht. Sie wollte nicht zurückblicken, sondern ein Konzept für die Zukunft.
BBL: Sicherheitsgefühl gruppenbezogen stärken
Beispiel Stadtentwicklung: Das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung ist insgesamt geringer geworden. Die BBL will jetzt gruppenbezogen, also für Alte, Jugendliche und Kinder, Männer und Frauen, körperliche eingeschränkte und mobile Personen ein städtebauliches Konzept entwickelt sehen, dass alle Bewohner(innen) sich wohler fühlen können, machte Frauke Müthing (BBL) deutlich. Da hilft es auch nicht, um das BBL-Thema vom Tisch zu bekommen, rückblickend aufzuzählen, dass man irgendwo einen Schottergarten verhindert hat oder einen Obstbaum gepflanzt hat oder eine Accu-Lampe installiert hat. Wiese (SPD) machte mehrmals deutlich, dass über einzelne Aspekte der BBL-Anträge doch noch im Umweltausschuss diskutiert werden müsse. Ein CDU-Vertreter verstieg sich zu fragen, was es denn kostet, sich genauer mit den BBL-Anträgen zu beschäftigen. Ob er das auch bei CDU-Anträgen fragt? Schade, dass keiner vorlag.
Sitzung leider ohne WP
Ich empfehle der BBL, sich nicht auf einen so gut mit der Verwaltung vorbereiteten CDU-Trick langfristig einzulassen, sondern ihr zukunftsorientiertes Anliegen mit konkreten Anträgen wieder aufzugreifen. Dann vielleicht in Anwesenheit eines Vertreters der Westfalenpost.
Stadtarchiv aktiv: Von Familienforschung bis Pizzeriagestaltung und mehr
Einen sehr interessanten inhaltlichen Jahresrückblick hat das Stadtarchiv für 2025 veröffentlicht, der auch die überraschend vielen Aufgaben der Mitarbeiterinnen und das von der Stadt erwartete Selbstverständnis dokumentiert: Altenheim, AG ohne Rassismus, Schülerzeitung, Praktika, Versteigerung, Hesdin, die Kühlschränke in einer Pizzeria etc. Zum Nachlesen: Unter stadtarchiv-brilon.de, dann im Menü „über uns“ findet man den neuen Jahresbericht.
Quantitativ beachtlich sind die 2758 Anfragen, die im Laufe des Jahres – überwiegend per Mail – bei den Mitarbeiterinnen eingingen – und beantwortet werden mussten. Das waren fast 1000 mehr als in den Vorjahren. Die 803 Forscher(innen), die sich mit Familiengeschichte und Stadtgeschichte (einschl. der vielen Ortsteile) beschäftigt haben, zeugen vom großen historischen Interesse der Briloner(innen) und einiger Auswärtiger. Die meisten der 442 Bestellungen konkreter Akten mussten aber aus dem Archiv, das im Amtshaus Thülen untergebracht ist, geholt werden. Manch ein Buch der umfangreichen historischen Bibliothek kann aber sofort ausgeliehen werden. Ein Besuch lohnt sich.
Das vielseitige Tätigkeitsfeld der Mitarbeiterinnen neben der obligatorischen Archivierung ist eine große Bereicherung für Brilon.
Sechs öffentliche Toiletten aufgelistet, drei aber nicht zu finden
Am 6.2.2026 hat die WP über die Lage und Ausstattung der öffentlichen Toiletten berichtet. Die Einrichtungen waren einem Praxistest unterzogen worden: Toiletten in Winterberg, Olsberg und Brilon. Mich interessierte nicht der Zustand in Winterberg oder Olsberg, sondern der Zustand in Brilon. Immer zugänglich sind die Toiletten am Bahnhof, Volksbankcenter und Marktplatz. Wer kostenfreie deutsche Autobahntoiletten kennt, wird mit dem Zustand zufrieden sein.
Wer hat die Toiletten versteckt?
Doch es gibt drei weitere Toiletten – nicht gewusst?: im Rathaus, im Amtshaus und im Tourismuscenter am Marktplatz – aber nur während der Öffnungszeiten. Für wen hat man die eingerichtet und für wen pflegt man sie, wenn kein Schild auf ihre Existenz hinweist. Da sie nicht zu finden sind, werden sie auch fast gar nicht genutzt. Man könnte den Verdacht haben, dass dies auch so gewollt ist. Schade, dass die fehlende Ausschilderung der WP in ihrem fast ganzseitigen Praxistest nicht aufgefallen ist.
Alternative zum Karneval: Wandern
Auf dem Weg nach Rixen: Vereiste Bäume
Bei der ehemaligen Jick-Jack-Mühle: aufmerksames Lama
OMAS GEGEN RECHTS im HSK
Das nächste Treffen – bereits das 4. – ist schon bald: 18.2.2026, 19 Uhr, Mehrgenerationenhaus Leuchtturm, Heinrich-Jansen-Weg 3. Gast: Bundestagsabgeordnete Charlotte Neuhäuser.
Die Asiatische Hornisse ist 2004 aus China nach Deutschland mitgebracht worden und hat sich hier so ausgebreitet, dass sie als „etabliert“ gilt. Eine Meldepflicht besteht daher nicht mehr. Erkennbar ist sie an ihrem schwarzen Brustkorb und an den gelb gefärbten Füßen im Vergleich zur heimischen Europäischen Hornisse. Die Nester werden bis zu 80 cm groß und werden oft erst entdeckt, wenn im Herbst das Laub von den hohen Bäumen fällt. Sie stellt eine Gefahr für heimische Insekten und die Imkerei dar. Der NABU freut sich über jede Meldung aus Dokumentationsgründen. Dies und sehr viel mehr konnte man im Ausschuss für Forst, Umwelt und Landwirtschaft erfahren, dessen Vorsitzender Herr Wiese (SPD) den Referenten Herrn Jenke eingeladen hatte.