CDU will aber weiterhin Neubau für 3,5 Mio. Euro
Aufgrund des demografischen Wandels (weniger Kinder) ist eine Neuausrichtung der Kita-Landschaft in Brilon erforderlich, war der Tenor in der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familie, Soziales und Senioren. Besonders extrem ist die Lage in Scharfenberg, wo im kommenden Jahr nur 27 Plätze belegt sind und 28 Plätze frei sein werden. Die BBL hatte angesichts der Belegungssituation jetzt erneut durch Frau Müthing beantragt, den geplanten Neubau in Scharfenberg für 3,5 Mio. Euro vor dem Hintergrund der städtischen Verschuldung zu streichen. Ganz aufgeregt sperrte sich die CDU dagegen, sprach zwar vage vom „runterschrauben“ der Baumaßnahme, legte aber nur eine alte Wirtschaftlichkeitsberechnung vor, die auf der Zahl von 55 Kindern basierte.
Erziehung wichtiger als Räume
Frau Orthkemper-Wagner (Sachkundige Bürgerin der BBL) stellte klar: „Gute Betreuung, gute Erziehung ist mir wichtiger als neue Räume.“ Als die CDU beklagte, dass der dortige Spielplatz zubetoniert sei, kannte eine SPD-Frau den Grund: „Auf Wunsch der Erzieherinnen, damit man dort mit dem Bobby-Car fahren kann.“ Zudem sei der Weg zum Wald nicht weit. Hilchenbach (CDU) weitete den Blick und sprach von globalen Verwerfungen, die zu neuen Flüchtlingsströmen führen würden. Unklar blieb, ob er damit eine Flüchtlingsunterkunft für Scharfenberg forderte.
Zuschüsse für Sanierung möglich
Assheuer (Jugendamt HSK) machte klar, dass Überkapazitäten (Personal, Räume, Ausstattung etc.) nicht bezuschusst werden könnten. Bemessungsgrundlage seien die realen Unterbringungszahlen, nicht die freien Kapazitäten, Sanierung/Umbau sei aber zuschussfähig. Bevor die CDU sich weiter in den durch die Realität überholten Vorstellungen verbeißt, sollte man lieber ein Modernisierungskonzept ausarbeiten und dies im Interesse der Dorf-Kinder schnell umsetzen.


