Krankenhaus und Caritas jammern gemeinsam
In einem großen Bericht der WP vom 30.9.2026 können der Geschäftsführer des Krankenhauses „Maria hilf“ Thiemann und der hauptamtliche Vorstand der Caritas Eirund, der auch Geschäftsführer der Caritas Alten- und Krankenhilfe gGmbH sowie der Caritas Brilon für Gesundheit und Familien gGmbH ist, sich allgemein auslassen über etwaige Probleme der geplanten Gesundheitsreform.
Fragen:
Warum gibt es keinen Hinweis auf die Dringlichkeit der Einsparungen aufgrund der demografischen Entwicklung, die zur Explosion der Kosten geführt hat.
Warum gibt es keinen Hinweis auf die deutlichen Verbesserungen der Versorgung im Gesundheits- und Sozialwesen in den letzten Jahrzehnten?
Warum gibt es keinen Hinweis auf konkrete Maßnahmen, die man ergreifen wird, um mit weniger Geld auszukommen, welcher Bereich tabu ist für Kürzungen und wo eher gespart werden kann und gegebenenfalls wie?
Warum beklagt Thiemann eine verstärkt mögliche „weitere Ambulantisierung“, die doch für den Patienten eine Wohltat ist? Für das Krankenhaus bedeutet das zwar vielfältige Umstrukturierung, was Personal – angeblich derzeit 500 – und Räumlichkeiten angeht, doch für derartige Entwicklungen ist eine Geschäftsführung doch da. Interessant wäre gewesen zu erfahren, wie man die Ambulantisierung bei den geplanten Baumaßnahmen, die mit über 25 Mio. Euro gefördert werden, berücksichtigt.
Warum beklagt Thiemann beschlossene „strengere Abrechnungsprüfungen“, die doch nur kommen sollen, weil in der Vergangenheit auch an Krankenhäusern sehr großzügig mit Geld der Krankenkassen umgegangen wurde?
Auch für die Caritas ist die Zeit, wo man weitere Hilfsstellen einrichten konnte, erst einmal vorbei. Das wird nur noch möglich sein, wenn man an anderer Stelle kürzt. Auch die Caritas muss Prioritäten festlegen bei der Einsetzung der derzeit 1250 Mitarbeiter(innen). Auch hier sind Umstrukturierungen und Personalverschiebungen vielleicht notwendig. Doch wofür hat man gut bezahlte Vorstände/Geschäftsführer?
