Landwirte haben schon 23 Hektar verkauft
Die WestfalenWIND-Gruppe, der 120 Windräder gehören und die 150 weitere verwaltet, hat die Idee, die regionalen erneuerbaren Energien mit der Digitalisierung zu verbinden – und zwar durch das Projekt „Data Center Brilon“. „Im Fokus steht die Entwicklung eines leistungsfähigen Hyperscale-Rechenzentrums im Raum Brilon“, das die Infrastruktur für datenintensive Anwendungen wie Cloud-Dienste und KI bereitstellt. Dafür haben Landwirte schon 23 Hektar guten Bodens abgegeben – und zwar in der Nähe des Umspannwerkes Nehden gegenüber Rembe. Die Stromversorgung soll über eine 380 KV-Leitung gesichert werden, ersatzweise Batteriespeicher bzw. zur Not Dieselaggregate. In der Sondersitzung des Rates ging es gestern „nur“ um die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen, d.h. um die Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes, was aber noch nicht die grundsätzliche Zustimmung zum Projekt bedeutet.
Ausweislich des Grundrisses scheinen (noch) nicht alle Landwirte verkauft zu haben.
Nur Vorteile?
Die Ratsmitglieder waren vor allem an den angedeuteten Vorteilen dieser Idee interessiert, die sich zu einem Großprojekt entwickeln könnte. Ob Teile der Grundsteuer in Brilon bleiben können, wäre noch zu verhandeln, hieß es vom Bürgermeister. Doch mit wem? WestfalenWind baut, eine Gesellschaft pachtet, eine andere betreibt etc. – doch kein Sitz in Brilon.
Und Arbeitsplätze? Beim Bau ja, beim Betrieb und der Instandhaltung eher weniger, da dann Fachkräfte von auswärts kommen. Es fallen wenige Service-Aufgaben an, für die dann aber aufgrund des Rundum-Betriebes der Faktor 5 zu rechnen ist. Eine Pförtnerposition = 5 Einstellungen.
Abwärme: Die riesigen Mengen an Abwärme würden für die Versorgung von Nehden, Alme, Thülen und Teilen Brilons reichen und könnten ein wichtiger Faktor im kommunalen Wärmenetz werden – nur bei Vollausbau.
Einstimmig beschlossen.