Bezahlung nach Leistung?
Angeregt durch den Artikel „Chefgehälter in kommunalen Betrieben“ fiel mir ein, dass vor einiger Zeit ein SPD-Ratsmitglied in einem Ausschuss versehentlich etwas zu den Sparkassen, den Fusionen, den Versprechungen und letztendlich zu den Gehältern etwas sagen wollte. Schnell wurde er vom Bürgermeister abgewürgt, das gehöre hier nicht hin, sei privat. Richtig? Privat wird das Geld ausgegeben, doch aus öffentlichen Kassen erfolgt die Bezahlung. Kaum jemand nimmt Anstoß, wenn Vorstandsmitglieder schon mittelgroßer Sparkassen deutlich mehr verdienen als der Bundeskanzler, kaum jemand nimmt Anstoß, wenn sie ein Vielfaches eines Bürgermeisters einer Stadt wie Brilon verdienen. Die Jahresvergütung eines Geschäftsführers eines kommunalen Finanzinstitutes lag 2024 bei 439.000 €uro – ein sog. Medianwert, so die FAZ vom 19.8.2026. Das heißt konkret, die Hälfte der Chefs bekommt mehr, die andere Hälfte weniger – grob gesagt in Abhängigkeit von der Zahl der Beschäftigten. Beispiel: bei 740 Beschäftigten bekommen mehr als die Hälfte 584.000 €/Jahr. Unsere Sparkasse mitten im Sauerland hat ca. 671 Beschäftigte.
Unter den kommunalen Unternehmen können die Sparkassen am meisten ausgeben. Sie sind Spitzenreiter. Es folgen Seehäfen, Krankenhäuser, Stadtwerke; am Ende der Skala liegen Bildung, Gesundheit/Soziales, Kultur, deren Chefinnen mit um 120.000 € „abgespeist“ werden. Die Bezahlung erfolgt nach Leistung, wird in der Schule erzählt. Mit Sicherheit nicht der neueste Stand der Gesellschaftsanalyse. Ach ja, warum eigentlich kann man erfahren, was eine Kundenberaterin verdient und nicht, was der Vorsitzende verdient. Schlechtes Gewissen?

