Eigentlich sind die Probleme mit der Rentenhöhe, mit der Frührente, mit der Verlängerung des Arbeitslebens etc. ganz einfach zu lösen. Wir leben zu lange. Wenn wir alle eher sterben würden, könnte die Rente höher sein, könnten wir eher aus dem Arbeitsleben ausscheiden etc. „Mädchen, die heute geboren werden, können statistisch mit 83,6 Lebensjahren rechnen, Jungen mit 79,1 Jahren.“ Und da ist noch Aufholmöglichkeit: Schweizer, Spanier, Japaner leben drei Jahre länger.
Reiche leben länger
Derzeit wird von Fachleuten diskutiert: Erhöhung der Lebenserwartung um 1 Jahr = 6 Monate länger arbeiten. Hört sich doch plausibel an. Ist es aber nicht, da die Lebenserwartung nicht für alle gleich ist. Klar, man weiß: Wenn jemand raucht, gerne viel isst, viel sitzt, gerne Alkohol trinkt, viel Stress hat etc. ist die Wahrscheinlichkeit groß, früher als andere zu sterben. Aber es gibt auch einen Faktor, der bisher kaum beachtet worden ist. Ihn hat der ehemalige Gesundheitsminister Lauterbach (SPD) gegenüber der Rentenkommission ins Gespräch gebracht: Menschen mit hohem Einkommen leben länger und beziehen daher länger Rente. Sollen die dann auch länger arbeiten oder soll die Rente gekürzt werden? Gedanken, an die man sich erst einmal gewöhnen muss. Ein individuelles und damit differenziertes Renteneintrittsalter auszuarbeiten, wird sehr viel Kritik herausfordern. Vor allem, weil derzeit alle weniger arbeiten und zugleich länger leben und damit länger Rente beziehen wollen.
Bath, Dominik, Die Lebenserwartung steigt – aber nicht für alle gleich, in: WP vom 15.7.2026




