Fachleute plädieren aus sozialen und pädagogischen Gründen für eine Kitapflicht vor Eintritt in die Grundschule. Etwaige (Sprach-)Defizite können so beachtet und schulische Tugenden gestärkt werden. Eltern sind teilweise gegen einen Kita-Besuch aus finanziellen, religiösen oder erzieherischen Gründen, gelegentlich aus Unwissen- nicht zuletzt aufgrund von Sprachbarrieren, die manchmal schon das Antragsverfahren erschweren. International hat sich eine Kitapflicht – oft in Verbindung mit Gebührenfreiheit – durchgesetzt. In Frankreich sogar ab dem 3. Lebensjahr als sog. Vorschule.
In NRW ist der Besuch eines Kindergartens regional unterschiedlich verbreitet, Lehrer(innen) an Grundschulen klagen oft über Defizite, die ein Kindergartenbesuch hätte reduzieren bzw. beheben können und die nun die schulische Laufbahn erschweren. Bildungsministerin Schäfers (Grüne) zeigt sich aufgeschlossen für ein Pflichtjahr und will so die Bildungs- und damit Chancengerechtigkeit stärken. (WP vom 9.6.2026) Sie sieht die Koalition in Baden-Württemberg, die sich auf ein Pflichtjahr geeinigt hat, als Vorbild. Baden-Württemberg hat schon vor bald 60 Jahren mit der Förderung eines Abiturs mit berufsbezogener Grundbildung ein bildungspolitisches Erfolgskonzept vorgelegt, das einige Benachteiligungen reduzierte.
Der Kita-Besuch der Briloner Kinder sollte jetzt erst einmal von der Stadtverwaltung jahrgangsbezogen zahlenmäßig erfasst werden. Gegebenenfalls beschränkt sich der Nicht-Besuch auf wenige Fälle, die offen für eine Beratung bzw. eine Unterstützung sind. Das sind zwar frühe Kosten, die aber langfristig Kosten senken. Zuerst profitieren die Kinder, dann Gesellschaft und Wirtschaft.
Der neue „Faktencheck Bildung HSK“ von Anfang Juni 2026 hat die Kita-Nutzung quantitativ noch nicht im Blick und kann zudem nur auf Erstberatungsgespräche mit Migrant(inn)en verweisen und weniger auf die Entwicklungsprobleme zahlreicher Kinder, die die Grundschulen später feststellen. Zur Auswahl der Kita: Zwar kann man auf bunten Bildchen (zwischen 1 und 23 Stück) die örtlichen Kitas erkennen, aber nicht deren besondere Kompetenz bei spezifischen Entwicklungsproblemen, die ja vom Personal abhängig ist.
https://www.kitaplaner.de/hsk/kitaportal/de
https://bildungsnetzwerk-hsk.de/wp-content/uploads/2026/06/Faktencheck-Bildung-2026-Mai-2026.pdf – eingesehen am 23.6.2026
Ergänzung am 25.6.2026: Auch Familienministerin Prien (CDU) hat sich jetzt für das letzte Kita-Jahr als Pflichtjahr ausgesprochen.