Niklas Frigger, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, wurde vom SauerlandKurier befragt. Er wurde am 26.9.2026 wiedergegeben u.a. mit folgenden Hinweisen: „Merz verfüge über die notwendigen Fähigkeiten, um Deutschland erfolgreich zu führen. Allerdings müssten angekündigte Reformen und Verbesserungen für die Bürger auch spürbar werden.“
Ohne Erfahrung
Meine Meinung zu den Fähigkeiten von Merz: Die CDU ist (war) eine Volkspartei mit vielen Gruppen und Flügeln, die es zu verbinden gilt. Nach Jura-Studium und Referendarszeit war Merz nur ein Jahr als Richter tätig und floh dann als Referent zur Chemischen Industrie. Von 2005-2021 arbeitete Merz als Partner in einer internationalen Anwaltskanzlei. Viele Jahre war er im Europaparlament und im Bundestag. 2022 wurde er Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. Erfahrungen als Minister auf Landes- oder Bundesebene und damit in einer Koalition zur Vorbereitung einer etwaigen Kanzlerschaft wollte Merz nie sammeln. Fehlende Erfahrungen und großes Selbstbewusstsein ließen ihn nun zu einem volksfernen Ankündigungskanzler werden.
Zukunftsvision erforderlich
Meine Meinung zur gesellschaftlichen Lage: Seit Jahrzehnten hat die Masse der Bevölkerung es immer besser gehabt als die Eltern. Angesichts der Entwicklung der Bevölkerungsstruktur: weniger Kinder, mehr Alte, längere Lebenszeit etc., ist dies nicht mehr gewährleistet. So müssen die implodierenden Systeme wie Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung etc. reformiert werden. D.h. konkret, es kann nur sehr geringe Verbesserungen geben. Größere Rückschritte bei den Leistungen sind unumgänglich, wenn Kanzler Merz sein neues Wort „Gerechtigkeit“ nicht durchdenkt und diejenigen stärker belastet, die viel haben. Und das angesichts des russischen Kriegs gegen die Ukraine, des wirtschaftlichen Aufstiegs Chinas, des Klimawandels und von Trumps Krieg gegen Iran und seiner Zoll-Akrobatik etc. Eine extrem anspruchsvolle Lage, die eine die Bevölkerung mitreißende offene Zukunftsvision erfordert.
Wahlerfolg der Linken
„Die Linke“ hat das in Berlin durch weitgehende Reduzierung ihres Programms auf die miserable Wohnungssituation erkannt. Was macht Merz? Er faselt von Enteignung, die ja täglich geschieht, um z.B. Grundstücke für den Autobahnbau zu sichern, obwohl es in Berlin um Vergesellschaftung einiger Wohnungsbaukonzerne geht. Anstatt sich mit konkreten Fragen zur Machbarkeit des Vorhabens auseinanderzusetzen oder darzulegen, wie schnell mehr Wohnungen gebaut werden können, oder sogar zu schweigen, kündigt Merz rechtlich unrealistisch voreilig an, mit einem Bundesgesetz das Grundgesetz einzuschränken. Was hat er für volksferne Berater! Oder ist er beratungsresistent? Oder hat er nicht nachgedacht?
Mal sehen, wie lange der Rückhalt für Friedrich Merz noch besteht, wenn er nicht lernt!