Individuelle Beratung zur Onleihe und eBook-Readern in der Stadtbibliothek
Am Mittwoch, 06. Mai.2026 lädt die Stadtbibliothek Brilon zum Informationsnachmittag im Rahmen des Veranstaltungsformats „Probier doch mal…“ in die Stadtbibliothek ein. Von 16:00 bis 17:30 Uhr steht Gertraud Mengeringhausen interessierten Besucherinnen und Besuchern für Fragen zu den digitalen Angeboten der Stadtbibliothek zur Verfügung. Ob Unterstützung bei der Nutzung des eBook-Readers, der Onleihe-App oder der Webseite benötigt wird – an diesem Nachmittag werden individuelle Anliegen beantwortet. Eigene Endgeräte können gerne mitgebracht werden. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.stadtbibliothek-brilon.de oder telefonisch unter 02961/794-460. Pressemitteilung der Stadtverwaltung
„Kinder an die Macht“ (Grönemeyer)
Wow, Kinder und Jugendliche – aus ganz NRW nach Medebach angereist – hatten „schulfrei“ und waren begeistert von der 6. Jugend und Visionskonferenz „VISIONS“, die der Schmallenberger Jugendkulturverein Ensible e.V. organisiert hatte. Die Kinder und Jugendlichen hatten endlich die Chance, „sich in kreativen Workshops auszuprobieren, gesellschaftlich relevante Themen zu diskutieren und ihre Zukunft aktiv mitzugestalten“, konnte man der Pressemitteilung der Stadtverwaltung entnehmen. „In interaktiven Workshops setzten sich die über 209 Teilnehmenden mit Themen wie Rassismus, Vorurteilen und sozialer Gerechtigkeit auseinander, entwickelten kreative Ausdrucksformen in Fotografie, Kunst oder produzierten ihre eigenen Filme.“ Und schon war der Tag vorbei und der Alltag sicher nachhaltig kinderorientierter.
Um dies zu erreichen, waren auch extra 10 Männer angereist. Die Veranstaltung wurde von einem NRW-Ministerium gefördert, das die Verantwortung für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration versammelt.
Fotos: Ensible e.V. – Stützpunkt für Jugendkultur in NRW
1. Almer Dorf-Flohmarkt …
und ich war fast zu spät dran.
Was nur für Alme publiziert worden war, hat mich gestern erst um 15 Uhr erreicht. Da war Eile geboten, denn um 16 Uhr sollte Schluss sein – nach 5 Stunden an den Ständen. Um 15.15 Uhr erreichte ich die Untere Bahnhofstraße. An allen Ständen im Hauseingang vor und in der Garage oder im Garten wurde man freundlich angesprochen. Geboten wurden Textilien, CDs, Kinderspielzeug, Ausstattungen für Wohnzimmer und Küche, aber auch Freizeitutensilien etc. Den großen organisatorischen Aufwand stellte die übersichtliche Präsentation im Netz dar, wo man die 41 Verkaufsorte und deren Angebotsgruppen vorab finden konnte – aber auch die Hinweise auf Toiletten und einen Wickeltisch. Manch ein Haus war zusätzlich mit Luftballons ausgestattet, was die Erkennung aus der Ferne erhöhte. Kaffee und Kuchen waren kurz vor 16 Uhr weitgehend ausverkauft. Erwischt habe ich noch eine leckere Waffel. Für ein Enkelkind konnte ich in der Oberen Bahnhofstraße noch preisgünstig Legospielzeug erhaschen – ein Schnäppchen. Ich war insgesamt sehr beeindruckt durch die tolle Atmosphäre und überlegte, ob eine derartige Präsentation, die günstig für Verkäufer und Käufer ist, auch in Brilon möglich wäre. In Alme wurde sicher der Kontakt und der beabsichtigte Zusammenhalt der Nachbarschaften durch diesen Flohmarkt gestärkt.
Schulausschuss will mehr Bürokratie
Einkommensverhältnisse den Lehrerinnen erzählen
Im Schulausschuss ging es um die nach Einkommen der Eltern gestaffelten Beiträge für die Teilnahme an der Nachmittagsbetreuung der Kinder. Diese Beiträge können bei Härtefällen erlassen werden, „wenn die Belastung den Eltern oder dem Kind unter wirtschaftlichen oder sozialen Gesichtspunkten nicht zuzumuten ist.“ Diese hat man nun komplizierter und damit arbeitsaufwändiger gemacht. Das können jetzt betroffene Eltern nicht mehr direkt bei der Stadt beantragen, sondern nur noch die Schule. Die Eltern müssen jetzt den Lehrerinnen umfassend belegen, dass sie kein Geld haben, was die Lehrerinnen dann der Stadtverwaltung erzählen. (Was geht die Schule die genaue Einkommenssituation der Eltern eigentlich an?) Das reicht aber immer noch nicht. Jetzt muss auch noch ein Jugendhilfeträger eine Stellungnahme erarbeiten, als wenn die nicht genug zu tun hätten.
Nur BBL fragte nach – ansonsten Desinteresse
Als Frau Kretzschmar (Sachkundige Bürgerin der BBL) das erweiterte Verfahren problematisierte, hatte die Verwaltung dafür kein Verständnis. Alle anderen Anwesenden interessierte die Angelegenheit offensichtlich sowieso nicht, da keine Wortmeldungen kamen. Man stimmte einfach dem Verwaltungsvorschlag zu, die Bürokratie zu erweitern und die Eltern zu zwingen, ihre prekären Einkommensverhältnisse den gut verdienenden Lehrerinnen offenzulegen.
Nicht vergessen – es sind nur Fotos!
In den letzten Tagen war eine Freundin viel unterwegs im Raum Brilon – zu Frühjahrsspaziergängen u.a. im Kurpark und in Nehden. Im Kurpark waren die verschiedenen Felder mit blühenden Osterglocken zu bestaunen. Im Nehdener Raum machte sie eine Anzahl von Fotos zu den neuen Windrädern.
Kürzlich zeigte sie die Fotos von Sonnenblumen und Windrädern ihrer Tochter. Diese ließ sich zwei Fotos schicken und gab ihrem guten Smartphone den KI-Befehl, die beiden Fotos zusammenzufassen. So entstand im Nu dieses Foto – eine überzeugende Fälschung. Wer nicht bis zu dieser Stelle gelesen hat, wird im Kurpark die Windräder vergeblich suchen.
Kann ich angesichts dieser technischen Möglichkeiten keinem Foto mehr trauen? Ich weiß ja, dass manch ein Foto am einsamen Strand mit Wohnmobil bei sonnigem Wetter und nur leichtem Wind gestellt ist. Oder ist das schon eine Fälschung, weil es für ein Wohnmobil gar keine Zufahrt zu diesem Strandteil gibt? Schon früh habe ich gelernt, dass manche historischen Fotos retuschiert wurden: Unliebsame Personen fehlten plötzlich. Auch manch ein Kosmetikkonzern verändert Bilder, um die Schönheiten zu optimieren, manch ein Chemiekonzern benötigt beeindruckende Vorher-nachher-Bilder. Muss ich heutzutage auch schon hinterfragen, wenn mir ein Nachbar, ein Familienmitglied etc. ein Foto zeigt, ob das die Realität ist? Ich rege mich schon auf, wenn eine Zeitung zur Gestaltung eines Artikels ein Archiv- bzw. Symbolbild nutzt – besonders, wenn dies mehrere Jahre alt ist. Von einem Bild meiner Oma bin ich schon immer sehr beeindruckt. Es zeigt ihre Alterung und ihr entbehrungsreiches Leben.
Fotos spiegeln nie die Realität. Wer erkennt schon den Ausschnitt, wer weiß schon, wie die Umgebung aussieht, welche Personen oder Krokodile oder Pinguine weg- oder reinretuschiert wurden. Man nennt diese Verfälschung, diese Nachbesserung harmlos: Bildbearbeitung.
Ich traue nur noch den Fotos, die ich selber gemacht habe.
Neustart kommt voran
Seniorenbeirat tagte mit fast 30 Mitgliedern
Der neue Vorstand hatte sich entschieden, in jeder Sitzung einen Informationsblock anzubieten. Diesmal kam Hauptkommissarin Becker, Verkehrssicherheitsberaterin von der Kita bis zu den Senioren. Ihre Arbeit ist auf kostenlose Prävention ausgerichtet, um vielfältige Probleme und Gefahren (weitgehend) zu verhindern – ob mit Fahrrad, Pedelec oder Auto. Sogar beim Seniorenkino ist die Polizei mit Impulsvorträgen aktiv.
Alte Menschen im Blick der Parteien?
Schnell wurde in der Sitzung deutlich, wo den Senior(inn)en der Schuh drückt – vom Fahrrad- und Autoverkehr in der Fußgänger-Zone bis zum Toilettenzustand am Marktplatz und zu verblassten Kennzeichnungen auf der Fahrbahn. Die erste Anregung, die Kontonummer auf den Gebührenbescheiden der Stadt größer aufzudrucken, war aber schon gescheitert. Technisch nicht machbar, hatte man zu hören bekommen. Da in der letzten Sitzung ein Vorstandsposten nicht besetzt werden konnte, sollte nun nachgewählt werden. Überraschend meldeten sich zwei jüngere Interessierte – einer von der CDU im Stadtrat, eine von der SPD im Stadtrat. Die Parteien hatten wohl die Bedeutung des Beirates erkannt, der für eine große Wählergruppe arbeitet. Doch die Wahl wurde dann von der Vorsitzenden Frau Wagener auf die nächste Sitzung verschoben.
Satz der Woche
„Man muss zu seinem Wort stehen.“
So Scharfenbaum (CDU) im Ausschuss für Schule und Sport als es um die mediale Ausstattung der Schulen ging. Scharfenbaum hatte als Spitzenkandidat der Partei „Die Grünen“ diese direkt nach der Kommunalwahl verlassen und wurde von der CDU aufgenommen.
Besser spät als nie – Bürgerbeteiligung bei Windrädern
Nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz erhält der Stadthaushalt in Brilon ca. 30.000 € für den eingespeisten Strom pro Jahr pro Windrad. Gelegentlich profitieren auch Anlieger und Vereine. Doch ein Großteil des Firmengewinns fließt an ortsfremde Investoren. Das will Winterberg jetzt ändern – und könnte Brilon Denkanstöße geben.
Gründung einer „Bürgerenergiegenossenschaft“, an der sich Anwohner, Betriebe und jede(r) in Brilon gemeldete Bürger(in) beteiligen können – mit mindestens 500 €. Gedacht wie ein Aktie – nicht ohne Risiko z.B. wenn es um Netzeinspeisung geht.
Eine „Bürgerenergiestiftung“ soll die städtischen Einnahmen durch ein Windrad verteilen an Projekte vor Ort. Derzeit verteilt das der Rat über den Haushalt.
Der „Strombonus“ für örtlichen Strom soll als Gutschein ausgezahlt werden, der nur im örtlichen Handel eingelöst werden kann. Klappt nur, wenn der örtliche Strom nicht teurer ist.
Der „Unternehmerstrom“, mit dem Betriebe direkt versorgt werden. Lohnt sich nur für den Betrieb, wenn der Strom billiger ist.
Details sollen in einem Bürgerdialog diskutiert werden. Gute Idee, doch man muss zügig entscheiden, da viele Windräder schon genehmigt sind und für ältere Windräder bald Repowering, also Vergrößerung ansteht.
WP vom 18.4.2026
Busfahrten sollen nächstes Jahr drastisch teurer werden
Die durchaus sinnvolle Verschlankung des undurchsichtigen Tarifsystems soll genutzt werden, um die Fahrpreise für 2027 erheblich zu erhöhen. Der Entwurf für ein neues Tarifsystem für den ÖPNV in 19 Kreisen und kreisfreien Städten, der sog. Westfalentarif, wurde nun bekannt. Der einzelne Fahrpreis von Meschede Bahnhof zum Kreishaus oder von Brilon-Markt zum Krankenhaus würde nicht mehr 2,50 € sondern mindestens 3,50 € kosten. Plus jährliche Preiserhöhung käme man für die einfache Fahrt auf 3,70 €, mit Rückfahrt auf 7,40 €. Eine satte Steigerung von fast 50 %. Ein häufiger Krankenbesuch wäre damit nicht mehr finanzierbar. Dass durch ein undurchsichtiges Variantensystem die Preise innerhalb eines Stadtgebietes für den HSK teurer sind als z.B. für Soest, erschließt sich auch nicht. An das neue App-System „eezy.nrw“, das beim Einsteigen und dann beim Aussteigen unbedingt genutzt werden muss, sich aber als wenig praktikabel zeigt für viele Bevölkerungsgruppen, werden nur geringe Erwartungen gestellt. Man erhofft sich nur 3% der Fahrgäste in 2027, danach aber ein sprunghaftes Wachstum. Beim neuen Westfalentarif muss also noch kräftig nachgebessert werden!
„Vermögensungleichheit vertieft die soziale Spaltung und erschwert jungen Menschen den sozialen Aufstieg“,
schreibt die Jugendreporterin Celina Thümen aufgrund eines Interviews mit Manuel Schmitt (Oxfam) in der WP vom 13.4.2026. Sie berichtet, dass Deutschland die viertmeisten Milliardäre hat, aber zugleich 20% der Bevölkerung als arm bezeichnet werden müssen. Letztere sind Transferempfänger bzw. arbeiten im Niedriglohnsektor. Aber auch weitere 30% haben kein nennenswertes Vermögen. Während Milliarden vererbt und somit nicht erarbeitet werden, hat die Mehrheit nichts zu vererben, was die soziale Durchlässigkeit erschwert. Das untergräbt die Demokratie, wenn Leistungsgerechtigkeit politisch nicht gewollt wird. Mit einer angemessenen Erbschaftssteuer könnte die soziale Gerechtigkeit gefördert und der Demokratie eine Chance gegeben werden.