Permanenter Verlust an Bäumen
Bäume leisten einen wesentlichen Beitrag zu unserer Sauerstoffversorgung. Sie sind die grünen Lungen dieser Welt. Wenig Beachtung fanden sie als sog. Stadtbäume, als Refugium für Insekten und Vögel, besonders als Hitzeschutz. Die Zahl der Bäume nahm in den letzten Jahrzehnten in Brilon kräftig ab. Sie störten – vor allem ihr Laub. Wege und Autos wurden beschmutzt. Sie nahmen Parkraum weg, sie erschwerten die Verlegung von Leitungen im Boden. Wenn teilweise neue Bäume gepflanzt wurden, dann waren das schlanke, laubarme, schicke Gewächse. Allein in den letzten Monaten verloren wir innerstädtisch drei sehr große Bäume an der St. Engelbertschule, 1 großen Baum am Hallenbad, jetzt zwei Bäume in der Königstraße – Bäume, die jahrzehntelang gewachsen waren, teils prächtige Exemplare.
Kahlschlag – Umdenken
In der Hubertusstraße hat man Kahlschlag favorisiert: Alle großen Bäume weg, wenn man schon mal beim Aufräumen war, unabhängig davon, ob sie störten. Jetzt sieht es schön städtisch aus. Doch es soll ja wieder neu gepflanzt werden: die Stadtbirne, ein schmaler, schlanker Zierbaum, der wenig Laub hat. Doch die ersten Bewohner sind zum Umdenken gekommen – zu spät. Sie stellten in den vergangenen Wochen fest, dass sich manche Räume extrem erhitzten, weil der Schatten durch die Bäume verloren gegangen war. Jetzt denkt man über Jalousien nach, vielleicht reicht auch ein Ventilator oder eine Klimaanlage muss her.

Umdenken ist gefragt, wenn man meint, dass es noch des Öfteren im Sommer sehr warm werden wird. Wir brauchen mehr Bäume, deren Äste sich verzweigen, die mit ihrem Blätterwald viel Schatten und auch durch die Wasserverdunstung Abkühlung spenden – auch im Innenstadtbereich und nicht nur für ältere Menschen. Bei der Auswahl der Bäume sollte man wärmere und trockenere Zeiten bedenken, wie das unsere Förster bei der Rekultivierung nach dem Borkenkäferbefall auch machen. Als hitzeresistente Baumarten mit Pfahlwurzeln werden z.B. die Zerreiche, der Ginkgo, die Gleditsie und der Feldahorn genannt. Ich habe vor 45 Jahren einen Walnussbaum gepflanzt, der dieses Jahr erstmalig etwas gelitten hat. Der jüngere Baum in der Innenstadt (Foto) sieht aber gut aus und trägt viele Früchte – nicht nur für Kinder, sondern auch für Eichhörnchen.






