Dieser Blog ist anders:

unabhängig und anregend =

total subjektiv

Natürliche Vorkommen

Viele Erze wurden früher aus dem Briloner Boden geholt und hatten zum Wohl-stand der Stadt beigetragen. Straßennamen erinnern: Galmei an Zinkerze, Bleikaule an Erz. Ausgewaschenes Blei liegt im Briloner Boden. Blei ist aber gesundheits-schädlich besonders für Kinder, da Blei sich im Körper anreichert und sich beson-ders auf das Nervensystem irreversibel auswirken kann. Insofern werden Maßnah-men erforderlich bei 200mg Blei/1 Kg Erde im Kinderspielplatzbereich und bei 1500mg/1 Kg im Acker- und Gemüsegartenbereich, Industriegelände 2000 mg.

40 Grundstücke schwer belastet

Schon 2013 wurden bei medizinischen Untersuchungen von Anwohnern deutlich erhöhte Bleiwerte im Blut festgestellt. Zum Schutz der Bevölkerung wurden daher zahlreiche Bodenproben genommen. Da die gemessenen Werte stark streuten – im Innenstadtbereich stellenweise sogar 14.000 mg/ 1 Kg Erde erreichten –, hat man für den Wohnbereich einen Grenzwert von 5.000 mg Blei festgelegt. 40 Grund-stücke sind aber stärker belastet. Die müssen nun saniert werden durch 30 cm Bodenaushub, sehen die Richtlinien als Schutz vor. Bürgermeister Bartsch hat beim Land NRW erreicht, dass über eine Kostenbeteiligung von 80% nachgedacht wird. (Entscheidung im März) Spontan hat er die fehlenden 20% als städtischen Zu-schuss versprochen, den also die Bürgerschaft trägt. Das gilt für den Aushub. Nur die Neuanpflanzungen müssen die Hausbesitzer selber tragen. Sie sind von der Stadtverwaltung informiert worden. Man bietet ihnen individuelle Beratung an.

300 Grundstücke: Nutzung eingeschränkt

Die Kinderspielplätze hat die Stadt schon saniert. Doch 300 Grundstücke liegen zwischen 1500 und 5.000 mg Blei. Für sie gilt als Maßnahme Rasendeckung bzw. Platten und Nutzung von Hochbeeten. Bürgermeister Bartsch zeigt seltsamerweise wenig Verständnis für die vorbeugenden gesundheitlichen Maßnahmen, wenn er der WP zur Veröffentlichung sagt: „Mir ist kein Krankheitsfall bekannt?“ (WP 9.1.26) Beim Petrinum dachte er anders: Dessen PCB-Belastung führte zum teuren Um- und Neubau. War ihm da ein Krankheitsfall aus der Schülerschaft oder dem Kollegium bekannt? Es geht um Vorsorge nach dem Stand der medizinischen Wissenschaften. Daher ist wohl auf dem verseuchten Industriegelände in Brilon-Wald kein Kinderspielplatz und wohl keine Wohnbebauung ohne Bodenaushub möglich.

Ach ja, seit gestern sind Bleirohre in Trinkwasserinstallationen in Deutschland verboten. Der Hausbesitzer muss austauschen oder stilllegen – ohne staatliche Zuschüsse.