Über Cluster und Selbstlernzentrum auf dem Campus
Neubaucluster des Petrinums, campusorientiertes Schulzentrum, flexible Lern-landschaften mit großzügigen „Gemeinsamen Mitten“ – offene Lernbereiche von jeweils 175 qm, die zentrale Funktionen übernehmen, umgeben von Klassen-, Arbeits- und Differenzierungsräumen. Im Zentrum entstehen auch Funktions- und Serviceräume, Räume für Beratung, Schulsozialarbeit sowie Technik und zusätzlich Besprechung. Ergänzend entsteht eine neue Bibliothek mit Selbstlernzentrum – genutzt auch von der Sekundarschule. Mit diesen Schlagworten feierte die WP vom 12.12.2025 die Grundsteinlegung für das 45 Mio.-Projekt Petrinum. Ob das so gesagt wurde, weiß ich nicht. Ob das so irgendwo gestanden hat, vermute ich.

Neue Räume können modernen Unterricht begünstigen
Neue Lehrformen – und Lernformen ? – brauchen neue Raumkonzepte – auch für Inklusion und Ganztagsunterricht wie in zahlreichen Schulen in Skandinavien und den Niederlanden. Doch beides ist noch nicht vorgesehen. Ein Cluster bedeutet Zusammenarbeit der Lehrer über die Klasse hinaus in Teams: im Jahrgang, in der Stufe o.a. Die Schüler(innen) sind unterschiedlicher geworden. Sie benötigen Individualisierung, d.h. auch Differenzierung im Unterricht. Das können die neuen Lernlandschaften besser leisten, aber nur, wenn die Lehrerschaft dies auch mit differenzierten Materialien und Organisationsformen nutzen kann und ihre Beratungstätigkeit verstärkt. Bevor die neue Schule beziehbar ist – vielleicht 2028 – muss die Lehrerschaft so fortgebildet sein, dass sie die Räumlichkeiten aufgrund von zusätzlichen Fortbildungen und durch Probieren auch einsetzen kann. Denn: Nicht Druck der Pädagog(inn)en für moderne Lehrformen, neue Räume zu erwarten, war ursächlich für den Neubau, sondern die herausgefundene PCB-Belastung der alten Räumlichkeiten. Das ist eine unerwartete Chance für das Kollegium!
„Campus“ – schön, aber falsch
Ähnliche Gebäudeversuche in Lernlandschaften in den 70er Jahren scheiterten an der mangelnden pädagogischen Umsetzung. Ein Campus wird der Gebäude-komplex nie. Denn dazu gehört auch das Freizeitleben der Schüler(innen) zwischen den Unterrichtsstunden und nach dem Unterricht: Mittagessen, großzügige und günstige Cafeteria, Fitnessräume, Yoga- und oder Schachraum etc., psychologische Betreuung für Schülerschaft/Kollegium.
