Der Rat als Stimmungsmacher?
Seit Tagen grübele ich über eine Aussage des Bürgermeisters in seiner Rede zur Einbringung des Haushalts für 2026, der ein Defizit von 7 Millionen € aufweist. Er sagte sinngemäß u.a.: Wenn zu wenig Geld vom Land kommt, dann haben wir zu wenig Geld für Maßnahmen, mit denen wir die Stimmung in der Gesellschaft heben können.
Investitionen
Ist denn der Neu-/Umbau des Gymnasiums für 45 Mio. Euro kein Stimmungsheber? Ist denn der Anbau an der Engelbertschule für die Nachmittagsbetreuung für 7 Mio. Euro kein Stimmungsheber? Ist denn der geplante Rasenplatz in Thülen für 1,1 Mio. Euro kein Stimmungsheber? Ist die Wiederaufforstung nach den Borkenkäfer-schäden für 1,8 Mio. Euro kein Stimmungsheber?
Probleme mit dem Freibier
In der Konsumgesellschaft wäre „Freibier für alle“ auch möglich, doch sofort auch mit Ärger verbunden. Ich denke da vor allem an Anti-Alkoholiker. Doch auch bei den Biertrinkern würde dann genörgelt: Ich mag kein Veltins, warum gibt es kein Kölsch? Bekommen dann auch Jugendliche Freibier bzw. ersatzweise die Eltern? Nur weil sie Kinder haben, bekommen sie mehr Bier? Und was sagen die Kneipen-besitzer, wenn ihre Gäste fernbleiben, weil es woanders Freibier gibt? Und grund-sätzlich: Wenn ich auf Freibier verzichte, gibt es dann auch Barauszahlung? Auch wenn ich teilweise verzichte? Und ich frage mich: Wäre kostenlose Milchabgabe wohl genauso stimmungshebend?
Welche Fraktion macht Sparvorschläge?
Angesichts der Haushaltslage ist kein Geld für Geschenke da – auch weil wir in Brilon gut leben können, da in den letzten Jahren viel investiert wurde – auch in Kultur und Geschäftswelt. Doch welche Fraktionen werden das ignorieren? Schließlich kann man offensichtlich die Stimmung heben – für die eigene Partei. Ob wohl eine Fraktion noch weitere Sparvorschläge macht? Heißt es bald wieder: „Brot und Spiele“, um die Menschen ruhig zu stellen, sprich: kostenlose Nahrungs-mittel und Unterhaltung? Doch das galt vor knapp 2000 Jahren.


