Wildverbiss heruntergespielt
Im Rahmen des Ausgleichs der Schäden durch den Borkenkäfer sind auch für 2026 umfangreiche Wiederaufforstungen vorgesehen, aber auch 18 ha für Natur-verjüngungsflächen aus der natürlichen Wiederbewaldung. Geradezu hierzu „bietet sich auf den Flächen des Forstbetriebs ein erhebliches Potenzial, welches aufgrund der Wildsituation in einigen Betriebsteilen noch nicht voll ausgeschöpft werden kann“, hieß es in der Vorlage von Forstamtsleiter Häger in der letzten Ratssitzung. Humbert (BBL) fragte bei der Einbringung des Forsthaushaltes im Rat nun nach, wie hoch der Schaden durch Wildverbiss denn konkret sei, wieviel % der Pflanzen geschädigt würden. Nicht der Fachmann durfte antworten, sondern der Bürger-meister selbst: „Gehört nicht zum Thema“. Doch Wildverbiss sind Ausgaben, die Nachpflanzungen erzwingen.
„Bürger können doch fragen“
Der geplante große Solarpark in Rösenbeck wurde nun im Rat einstimmig verabschiedet. Auch wenn man grundsätzlich dafür ist, können sich Fragen ergeben, z.B.:
- Warum hatte sich der Eigenbedarf nach Vollelektrifizierung des Steinbruchs plötzlich drastisch erhöht? Rechenfehler?
- Der Betreiber hatte sich „bereit erklärt, ein Bürgerstrommodell umzusetzen“. Und was ist ein „Bürgerstrommodell“ konkret? Hört sich nett an, so allgemein nur Wortgeklingel?
- Heimischen Unternehmen soll eine „verlässliche und vor allem kostengünstige Energieversorgung ermöglicht werden“. „Verlässlich“ ist die Energiever-sorgung durch Solaranlagen nie. Verlässlich ist nur die Versorgungschwäche nachts und im Winter. Ob „kostengünstig“ ist nur eine Hoffnung, darüber entscheidet der Solarparkbetreiber.
Als Humpert (BBL) im Rat nachfragte, warum vieles zu diesem Antrag nicht öffentlich gemacht wurde, hieß es vom Bürgermeister lapidar „Bürger können doch fragen“. Dazu: Wenn die Verwaltung mehr wüsste, hätte sie in der Vorlage mehr geschrieben. Und: Wenn weniger nicht-öffentlich diskutiert würde, könnte die Presse mehr berichten.
