Braucht Tennisclub neues Clubhaus – geschenkt?
FIL Bros. Family Office von Tom Schröder will große Halle bauen, so WP vom 18.11.2025. Auf städtischem Grundstück? Vier Padelplätze sind geplant und ein Loungebereich. Es soll auch offene Courts geben, wo man herumsitzt, Musik hört, Drinks und Snacks erhält. Golf-Simulatoren sollen Einzug halten und auch ein Coworkung Space, wo Büroarbeitsplätze gemietet werden können. Zusätzlich das Clubhaus für den Tennisverein als Beiwerk. Dazu kommen mehrere Außenplätze für Padel und Pickle (Rückschlagspiele). Alles weil der Tennisclub ein neues Club-haus will? So wird Padel aufgewertet zu einem „sozialen Fitnessnetzwerk“, heißt es. Wow, auf diese kreative Formulierung muss man erst einmal kommen – aber ohne Mucki-Bude?
Ohne Gewinn kein Spenden!
Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist das Investieren, sagt Investor Schröder. Aber: „Die Padelhalle soll einen Charity-Gedanken vereinen, indem ein Großteil der Ein-nahmen in soziale Projekte fließen würde.“ Die Padelhalle, nicht das Clubhaus, und auch die anderen Bereiche sollen also Spenden erwirtschaften, die in Schröders Vorstellungen passen. Denkt er an die Tafel der Caritas, denkt er an Geflüchtete, denkt er an Wohnungslose etc. in Brilon? Wer weiß? Es ist geplant, das ganze Projekt „nonprofit orientiert“ aufzusetzen, soll die Stadt gesagt haben nach Rück-sprache mit dem Investor. Also kein Gewinn, aber wie dann spenden? Decken die Einnahmen die Unterhaltungskosten?
Geheimniskrämerei und Deal-Gehabe?
Seltsam: „In Rücksprache mit dem Bauherrn bestätigt die Stadt, dass es dieses Vorhaben gibt und liefert Details zu den Plänen“, schreibt die WP. Städtische Mitarbeiter(innen) arbeiten also an Projekten unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Stadt musste den Investor fragen, ob sie die Arbeit ihres Personals ver-öffentlichen darf? Das ist Deal-Gehabe des Investors.
Schröder hatte der WP nichts gesagt, die Stadt hat beim Investor Rücksprache genommen, ob und was sie sagen darf. Die Stadt beschäftigt sich aber schon mit „Vorplanungen“. Und die fachlichen und politischen Gremien müssen in Demo-kratien wohl noch mitentscheiden – auch wenn der Bau keine Kosten machen sollte. Doch eine Kostenbeteiligung schimmert schon durch – unabhängig vom Grundstück, da die Stadt sich Synergien zwischen Sportarten und Vereinen erhofft. Also: alle Fußballspieler(innen), alle Volleyballspieler(innen), alle Turner(innen), alle Padel-Fans etc. ab in das Tennisclubhaus? Mit der beabsichtigten Fertig-stellung 2027 wird es wohl nichts werden, wenn die Vorplanungen sich nicht auf heimliche Versprechungen verlassen.

Verschenken, was der Stadt gehört?
Kungelei für Schröder geht weiter. Hat die Stadt 150.000 € für sachliche Erwei-terung des Skaterparks zugesagt von dem Geld, was nicht mehr da ist? Im Haus-haltsentwurf stehen die 150.000 € schon. Marco Kraft vom Rollverein: „Wir geben zwar ein Stück des Skateparks an die Padelhalle ab, können dann aber die Terrasse und die Toiletten der Halle mitbenutzen.“ (WP 28.11.25) Der Rollverein will plötz-lich einen kleineren Skaterpark und gibt also städtisches Gelände, was ihm gar nicht gehört, an Schröders Projekt? Und das für die Toilettenbenutzung? Langsam wird es auch eng auf den Toiletten des neuen Tennisheimes, wenn nun auch die Skater noch kommen neben den vielen anderen Sportlern. Die Stadtverwaltung will „beide Projekte im Bau“ aufeinander abstimmen, so die WP. Langsam wird es Zeit, dass nicht weiter heimlich gearbeitet wird, sondern der Bau- und Planungs-ausschuss informiert wird. Denn kein Bauamtsangestellter will monatelang um-sonst gearbeitet haben. Oder will man auf diesem Wege Fakten schaffen – an den gewählten Ratsmitgliedern vorbei? Wenn das der Bürgermeister wüsste!
Ach ja, von einer Verkleinerung ihres Parks wussten einige Skater kürzlich nichts. Alleingang des Vorsitzenden des Rollvereins Kraft? Dass dieser Skaterparks beruflich ausstattet, hatten sie aber schon mal gehört.
