Grundsätzliches vorab
Die Gewerbesteuer ist eine Steuer auf den Gewinn. Sie wird nur von Firmen, nicht von Freiberuflern gezahlt. Der Ertrag fließt in die Stadtkasse und ist die wichtigste Einnahmequelle. Bei der Berechnung ist der sog. fiktive Hebesatz entscheidend. Er wir vom Land vorgegeben, damit die Städte sich nicht in unrealistischen Steuersätzen unterbieten. Zuschüsse vom Land basieren daher auf dem fiktiven Hebesatz.
Fiktiver Hebesatz
Brilon hatte 2025 bei der Gewerbesteuer einen Hebesatz von 434 bei einem fiktiven Hebesatz von 416. Letzterer wurde jetzt für 2026 vom Land um 5 Punkte auf 421 erhöht. Um den Abstand zu wahren, könnte die Stadt nun beschließen, ihren Hebesatz auch um 5 Punkte zu erhöhen auf 439. Das würde fast 400.000 € in die Kasse spülen, die man sich nicht leihen müsste.
Besser sofort als später viel?
Da wir in den nächsten Jahren an einer sehr deutlichen Erhöhung angesichts der Prognosen nicht vorbeikommen, würde ich diese lieber aufteilen zu 2 kleineren und sofort beginnen. Also z.B. für 2026 10 Punkte = ca. 750.000 € zusätzlich in die Stadtkasse und 2027 15 Punkte = ca. 1,1 Mio. Euro zusätzlich. Das würde die Verschuldung und damit die Zinszahlungen deutlich senken. Und warum macht man das nicht? Kurzgesagt: Wegen der Gespräche.
Gespräche mit Firmenvertretern
Die Stadt spricht vor dem neuen Haushaltsentwurf immer mit unseren Firmenvertretern und fragt, wie diese zu den notwendigen Steuererhöhungen stehen. Diesmal hat man gehört: Nicht sinnvoll, schwierige Zeiten. Was hat man in guten Zeiten gehört: Nicht sinnvoll, sonst bleiben die Zeiten nicht gut. Noch nie haben Firmen und ihre Verbände sich angesichts der gesellschaftlichen Lage für höhere Steuerzahlungen ausgesprochen. Sie gehen ja vom Gewinn ab – und da ist man unersättlich.

