Unter der Zwischenüberschrift „zwischen Ironie und Symbolik“ heißt es im Sauerlandkurier vom 29.11.25 u.a. zu einer Ausstellung: „Pierre Weller setzt auf Stilbruch: Seine expressiven Werke verbinden Neoexpressionismus, Street Art und Schwarzlicht-Effekte, ergänzt durch gesellschaftskritische und popkulturelle Anspielungen. Pablo I. Prada aus Spanien zeigt transgressive Symbolik mit reduzierter Farbpalette und narrativer Tiefe.“
Liebe Leserinnen und Leser des neuen Blogs,
ich wünsche Ihnen eine möglichst stressfreie Adventszeit.
Haushaltsjahr 2024: 7,7 Mio. Euro Verlust
In der Ratssitzung am 27.11.2025 konnte der Kämmerer die wirtschaftlichen Eckdaten des Haushalts 2024 abschließend aufzeigen und erklären. Durch um 8 Mio. Euro geringeres Gewerbesteueraufkommen und um 8 Mio. Euro höhere Kreisumlage wurde der Haushalt stark belastet. Es gelang aber, das Defizit auf 7,7 Mio. Euro zu reduzieren und die in prosperierenden Jahren angehäufte Rücklage um diese Summe auf ca. 29 Mio. zu senken.
Doch bald weiß man über die Entwicklung in 2025 Genaueres. Der Haushaltsplan für 2026, der im Februar vorgelegt wird, sollte zeigen, ob es noch Spielraum für freie Investitionen gibt oder die Sachzwänge den Entscheidungsspielraum deutlich begrenzen. An einem nicht zu freizügigen Umgang mit städtischem Geld kommen die Ratsmitglieder wohl nicht vorbei. Für die Verbraucher(innen) schon jetzt eine gute Nachricht: Die Gebühren für unsere verschiedenen Entsorgungstonnen werden nur geringfügig steigen.
CDU langsam einsichtig?
Entscheidung zum Kindergarten Scharfenberg vertagt
In der letzten Ratssitzung am 27.11.25 sollte eine Entscheidung über die An- und Umbaumaßnahmen des Pfarrheimes für einen neuen Kindergarten in Scharfenberg fallen. Im öffentlichen Teil der Sitzung gab Bürgermeister Bartsch die Absage dieses Tagesordnungspunktes bekannt. Leider sagte er nicht warum. Entweder war die Mehrheitsfraktion nachdenklich geworden angesichts der städtischen Verschuldung oder aufgrund des drastischen Rückgangs der Kinderzahl. Es ist auch möglich, dass die Verhandlungen mit der Kirche über den Kaufpreis für das Pfarrheim deutlich über den Hoffnungen der Stadt liegen. (Kirchliches Eigentum ist immer wertvoll. Siehe jetzt wieder: Bistum investiert in Elkeringhausen vier Millionen Euro in neues Walburgahaus, WP vom 26.11.25) Unklar ist auch, wieviel des Außengeländes zu welchem Preis gekauft/gepachtet werden kann. Denn ohne das für Kinder wichtige Außengelände wäre der neue Kindergarten wie der alte. Vielleicht hat Bürgermeister Bartsch bewusst alles offen gelassen, damit einige Ratsmitglieder noch einmal ihre teure Haltung überdenken.
Millionenbau schon überflüssig?
Kindergarten Scharfenberg wenig genutzt – aber Erweiterungsbau
Der Kindergarten Scharfenberg hat ausweislich der Vorlage für den Bau- und Planungsausschuss eine Betriebserlaubnis für 51 Kinder. Im laufenden Jahr besuchen aber nur 34 Kinder die Einrichtung. Für das nächste Jahr wurden jetzt Anfang November nur 25 Kinder angemeldet (5 u3, 20 ü3). Warum?
Zur größeren Differenzierung der Kindergartengruppen fehlte aber mindestens ein größerer Raum, was bei 51 Kindern sicher erforderlich war. Leider war vom Orts-vorsteher ein passender Raum an den Musik-Verein vergeben worden. Nun soll auf Wunsch der CDU der Kindergarten aufgegeben werden und ein Um- und Anbau des ehemaligen Pfarrheims für ca. drei Millionen Euro erfolgen, ohne der extrem rückläufigen Kinderzahl Rechnung zu tragen. Grundstück mit Haus und Parkplatz müssen noch vom Pastorat Scharfenberg käuflich erworben werden. Das schöne Umgebungsgelände muss noch gepachtet werden. Das wird angesichts der Verhandlungsqualitäten der Kirche nicht billig. Ein möglicher Umbau am jetzigen Kindergarten hätte deutlich weniger als die Hälfte gekostet. Alternativ: Das in Aussicht genommene Gebäude ist auf 2 Etagen sicher groß genug, um 25 Kinder aufzunehmen – und zwar ohne Anbau. Jetzt quasi für 51 Kinder zu planen, ähnelt einem Schildbürgerstreich.
Die Stadt ist zwar verschuldet, doch meint man wohl, dass es auf ein paar Millionen mehr oder weniger nicht ankommt. Ob die Bürger(innen) das auch so sehen? Die CDU, die in dem Ausschuss die Mehrheit hat, sprach sich in der Sitzung für die Millionen-Lösung aus, BBL und SPD waren dagegen. Die geheime Ab-stimmung erbrachte eine 9:7 Mehrheit für die große Geldausgabe. Nun wird der Rat entscheiden.
Zur Erinnerung: Die BBL war die einzige Partei im Wahlkampf, die einen sorgfälti-geren Umgang mit dem Geld der Bürger(innen) gefordert hatte.
Große Solarfelder für 25 Jahre geplant
Für Rösenbeck wurde im Bau- und Planungsausschuss beantragt, Sondergebiete für solare Strahlungsenergie auszuweisen – und zwar in der Größenordnung von 10,3 Hektar. Während im Bundesbaugesetz Freiflächen-Photovoltaikanlagen nur an Autobahnen und zweigleisigen Schienenwegen vorgesehen sind, können diese in NRW auch genehmigt werden, wenn sie zu der jeweiligen Nutz- und Schutz-funktion der Landschaft passen.
Sehr plausibel beantragte der Betreiber eines großen Steinbruchs drei Anlagen-bereiche vorzusehen, die seinen eigenen zukünftigen Stromverbrauch vollständig decken. Doch war die von ihm erwartete Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs, die den Dieselverbrauch des Steinbruchs in Höhe von 650.000 Liter Diesel ersetzen könnte, wohl eher ein Zukunftsprojekt. Doch auch wenn man von einer Voll-elektrifizierung des Steinbruchbetriebes ausgeht, werden „nur“ 5,3 GWh benötigt, während die Anlage aber 14,53 GWh leistet. Der große Überschuss soll in einem nur angedeuteten „Bürgerstrommodell“ genutzt werden, das aber von der Ver-waltung nicht präzisiert werden konnte. Auch erschien den Ausschussmitgliedern die vorgesehene Elektrifizierung der schweren Steinbruchmaschinen kaum realistisch. So entschied man sich, den Antragsteller Mühlenbein persönlich in die Sitzung am 10.12.25 einzuladen. Damit wird das Thema wohl in der kommenden Ratssitzung nicht erörtert werden.
Planungsrechtlich hatte die Verwaltung vorgeschlagen, das genutzte Gelände zur Stromerzeugung nur auf Zeit dafür bereit zu stellen – und zwar für 25 Jahre. Danach ist Abriss vorgesehen und die Nutzung der Fläche zur Abgrabung von Bodenschätzen. Ob auch zwischen den Anlagen Schafe grasen können, wird der Eigentümer entscheiden.
Mit den 5 Windrädern, an denen die Stadt beteiligt ist, können schon 25.000 3-köpfige Haushalte mit Strom versorgt werden, erklärte kürzlich unser Wasserwerk. Über den Eigengebrauch hinaus könnten durch den Solarpark weitere 2000 Haushalte versorgt werden. Entsprechende Leitungen und gegebenenfalls Speichermöglichkeiten sind vorzusehen. Die Haushalte stehen als Verbraucher zudem in Konkurrenz zu den örtlichen Firmen. Bürger(innen) müssen gerade bei Nutzung von Solarstrom – egal ob vom Dach oder von Freiflächen – ihre Verhal- tensgewohnheiten teilweise ändern und digitale Technologien nutzen. Die Kombination von Wind und Sonne erleichtert die Nutzung regenerativer Energien.
Armut bei alten Menschen steigt
Auch in NRW ist in den letzten 4 Jahren die Altersarmut kontinuierlich gestiegen. Über 80.000 Männer und knapp 120.000 Frauen erhalten inzwischen Unterstützung aus der „Grundsicherung im Alter“, wobei das aber nicht alle Anspruchsberechtigten sind. Manche alte Menschen scheuen das Amt, sehen sich mit den Formularen überfordert, schämen sich. Die Altersgrenze für den Rentenbezug liegt für die Jahrgänge vor 1947 bei 65 Jahren, für Jüngere bei 66 Jahre.
Kleiner erster Lösungsansatz
Diese Situation ist auch Ausdruck der Rentenentwicklung. Unabhängig von grundsätzlichen Neuordnungen im Rentensystem fördert das formale Prinzip der Gleichbehandlung derzeit die Ungleichheit. In diesem Jahr zum 1. Juli: 3,74% Erhöhung brachten bei 1000 € Rente 37,40 €, wer 3000 € Rente bezog erhielt aber 112,20 €. (Benötigt ein reicher Rentner mehr Geld als ein armer?) Da wäre es doch gerechter 50 € für alle. Gilt auch für Pensionen.
Omas gegen Rechts
Omas werden aktiv. Nichts für Opas?
Die 2017 in Österreich gegründete Vereinigung „OMAS GEGEN RECHTS“ ist nun auch im HSK vertreten – und zwar durch zwei Organisatorinnen aus Brilon. Angelika Schwermer (66) und Sandy Richter (47) haben nun eine Ortsgruppe gegründet, die sich am 2019 gegründeten Deutschland-Ableger orientiert. Als Ziel heißt es dort: „Wir setzen uns ein für den Abbau von Angst vor allem Fremden. Mit dem Verein wollen wir einen Beitrag zum Schutz der Demokratie leisten, um auf die bedrohliche Zunahme von Faschismus, Rassismus, Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit zu reagieren, denn die Würde des Menschen ist unantastbar.“
Am 25. November 2025 um 18 Uhr soll im Familienzentrum Leuchtturm ein erstes Treffen stattfinden, um sich auszutauschen und erste Planungen für Aktivitäten vorzunehmen.
Alles klar – mit den Glasfaseranschlüssen?
Sah man wochenlang Verlegungsarbeiten der Deutschen Glasfaser in Brilons Straßen, so ist es jetzt ruhig geworden. Brilon gehört zu den größten Einzelprojekten der Deutschen Glasfaser, erzählt die Firma der WP vom 17.11.2025 – in Deutschland? In NRW? Im Hochsauerlandkreis? Nein, in der Region. Gut, dass man das jetzt weiß, tut gut! 11.000 Glasfaseranschlüsse sollen ins Haus verlegt werden. Erst bei 33% hat das geklappt, also 67% müssen noch angeschlossen werden. Auch bei den Tiefbauarbeiten fehlen noch 35%. Erst 6,9% der Haushalte sind aktiv geschaltet. Damit liegt Brilon im „mittleren Ausbau-fortschritt“. Wow, das ist überraschend! So schlecht und dann im Mittelfeld!
Und jetzt fehlt dem Unternehmen aber plötzlich Geld. Überraschenderweise ist einiges teurer geworden. Doch das Gesamtprojekt soll Anfang 2027 abge-schlossen werden. „Wenn nichts dazwischen kommt“, spekuliert schon die WP. Wenn doch, würde man „zeitnah und transparent informiert“, baut die Deutsche Glasfaser vor. Sie ist sich sicher, dass es „zeitnah vorangeht.“ Und jetzt noch der überraschende Schneefall und Frost im Winter! Erfreulich ist der Hinweis, dass Brilon zu den „priorisierten Ausbaugebieten“ gehört. Das tut gut! Doch: Welchem Gebiet wurde das nicht gesagt?
Auf nach Meschede Wanderer und Wander(innen)!
Stürme, Dürren und anschließender Befall mit sog. Schädlingen haben unsere Wälder verändert – den wirtschaftlichen Ertrag reduziert, doch die Tierwelt teilweise erweitert.
Menschliche Eingriffe prägen seit Jahrhunderten unsere Wälder.
Was am Arnsberger Wald beachtenswert ist, lässt sich zu großen Teilen auf die Briloner Wälder übertragen.
Verständnis und Handlungsmöglichkeiten werden aufgezeigt durch die beiden Vorträge auf der Veranstaltung des VCD und des BUND.