Bürger(innen) fordern Einschränkung der Vermietung an Party-Gäste
CDU ließ sich vom Beruf des Fraktionsvorsitzenden Fisch, immerhin ist er Richter, beeinflussen. Worum ging es gestern Abend im Ausschuss für Planen und Bauen? Schon mehrmals war im Ausschuss über die soziale Situation in Brilon-Wald gesprochen worden. Die Dorfentwicklung stagniert, weil durch das Treiben zahlreicher Kurzurlauber die Ruhe zu häufig gestört wird. Zudem: Häuser wurden aufgekauft – junge Brilon-Walder kamen nicht zum Zuge -, nicht zur Eigennutzung, sondern um zu vermieten an zahlreiche wechselnde Gäste – oft junge Leute, die feiern wollen. Mindestens 15 Häuser werden so über Portale angeboten, hieß es. Daraufhin gab es zwei Bürgerversammlungen. Auch auf der letzten stimmten ca. 30 Bürger(innen) für eine Einschränkung der Vermietungen – vor allem ganzer Häuser, nur 3 waren dagegen, so die Ortsvorsitzende Drilling.
Dorfentwicklung ausgebremst
Konkret wurde jetzt im Ausschuss angeregt, in Zukunft die Vermietungsmöglichkeit auf die Hälfte eines Wohnhauses einzuschränken. Da kamen dann zwei CDU-Vertreter, die während der Sitzung sich zum Tuscheln trafen, zum Zuge. Diekmann (Petersborn) sagte, er sei abends noch angerufen worden von einer Person, die dies nicht wollte. Zudem sei der Polizei, die er angerufen habe, nichts bekannt. Und dann kam der CDU-Fraktionsvorsitzende ins Spiel. Der wollte nicht zugelassen sehen, dass Eigentumsrechte beschränkt werden, da derjenige, der ein Wohnhaus kaufen würde und nur noch 50% der Fläche an Feriengäste vermieten dürfte, einen großen Schaden hätte. Wiese (SPD) nannte das „geringere Rendite“. Doch: Wie bei einem Haus unter „Denkmalschutz“ kenne ich ja als Käufer etwaige Einschränkungen. Dass Eigentum nicht nur Rechte, sondern auch Verpflichtung bedeutet, also eine soziale Komponente hat, legt schon das Grundgesetz fest. Leider wird das oft vergessen.
Mit CDU-Stimmen-Mehrheit wurde beschlossen, die Dorfentwicklung zu bremsen und die Partymeile nicht zu beeinträchtigen.
