Kosten und Aufgaben
Grundlage war ein diesbezüglicher Antrag der CDU aus dem letzten Jahr. Nicht gesprochen wurde im Ausschuss für Kinder, Jugendliche, Soziales und Senioren über die allen vorliegende Stellungnahme der Stadtverwaltung. Daher hier ein zusammenhängender Auszug:
„Das Projekt `Notinsel` wird von der Kinderschutzstiftung als `Social-Franchising` betrieben. Das bedeutet, dass alle Projektträger eine Partnervereinbarung mit der deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel + Gretel zu unterzeichnen haben, die ver-schiedene Verpflichtungen beinhaltet und entsprechende Kosten verursacht.
Für den Projektträger entstehen Kosten in Höhe von 750 € als einmaliger Kosten-beitrag sowie laufend jährlich 195 € ab dem zweiten Jahr als Betreuungspauschale. Außerdem entstehen Materialkosten für die Ausstattung der Notinsel-Geschäfte sowie für geplante Aktionen. Für die Notinsel-Geschäfte entstehen keine Kosten. Die Aufgaben eines Projektträgers sind:
• Die Akquise und Betreuung der jeweiligen Notinseln
• Die Überprüfung der existierenden Notinsel-Geschäfte
• Im Vorfeld auch die Prüfung der zu erfüllenden Voraussetzungen dieser Geschäfte (ebenerdig zugänglich, Ansprechpartner vorhanden etc.)
• Vernetzung mit Geschäften, Schulen, Jugendeinrichtungen
• Verteilen von Infomaterial
• Belebung des Projektes
• Durchführung von Umfragen über die Inanspruchnahme der Notinseln“
Brilon sicher oder gefährlich?
Grundidee ist, das „Sicherheitsgefühl“ bei Kindern und Jugendlichen zu steigern. Das ist aber besonders notwendig, wenn diese verunsichert worden sind durch Berichte aus Venezuela, Bayern oder Meschede – oder auch durch derartige Not-fallinseln. Zu denen gibt es aber keinen besonderen Anlass: Brilon ist nicht ge-fährlich. Frigger (CDU) ist zuzustimmen, dass es jedem Briloner selbstverständlich sein sollte, in einer Notsituation zu helfen – auch Kindern und Jugendlichen, egal wo. Ohne irgendwelche Schilder zu suchen, meine ich. Der auszubildende An-sprechpartner im Textil-Geschäft, in der Bank, in der Pizzeria, in der Arztpraxis etc. soll helfen bei Mobbing und aggressiven Tieren, bei Verlust von Handy, Fahrkarte oder Schlüssel, hieß es im Antrag des CDU-Fraktionsvors. Fisch. Das alles wurde im Ausschuss kaum gedanklich beleuchtet, sondern Wund-Pflaster wurden wie-derholt genannt. Nicht unwichtig erschien der Hinweis, über die Bahnhofstraße hinaus die Innenstadt mit Notinseln abzudecken. Ach ja, auch die Ortschaften. Ich sehe schon Kita-Gruppen und Schulklassen durch die Stadt ziehen, denen jährlich die verschiedenen Einrichtungen mit Notfall-Schildern gezeigt werden müssen. Bei einem Stadtspiel der BWT für Jugendherbergsgruppen könnte auch gefragt wer-den: Wieviel Notinseln hat die Stadt Brilon: 3 oder 11 oder 26?
Grundsätzlich: Wichtiger als ein mehrminütiger „Zufluchtsort“ für Kinder, wäre ein Zufluchtsort für Frauen mit Kindern.
Projektträger gesucht
Da die Stadtverwaltung derzeit keine Kapazitäten hat, um als Projektträger zu fungieren, hatte sie „Prima Brilon“, den Fachausschuss des Gewerbevereins, vorgeschlagen. Ob der das übernehmen will? Man war sich einig, dass weiter nach einem Projektträger gesucht werden soll, obwohl eine Vertreterin des Jugend-parlaments sich vorstellen konnte, dass die Gruppe als Projektträger fungiert.